Charivari
Regisseurin setzt dieses Jahr auf mehr - dafür kürzere Raamestiggli

Für die Kleinbasler Vorfasnachtsveranstaltung hat sich Regisseurin Colette Studer ein paar Neuerungen ausgedacht. Nicht weniger als 15 Raamestiggli werden gespielt – das heisst, viel mehr als bisher. Dafür sind sie kürzer und schlanker.

Muriel Mercier
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Bernadette Brack und Stephanie Schluchter verkaufen Abzeichen und Plaketten. Tatjana Pietropaolo gibt eine Showeinlage.

Bernadette Brack und Stephanie Schluchter verkaufen Abzeichen und Plaketten. Tatjana Pietropaolo gibt eine Showeinlage.

Martin Toengi

Es ist einfach nichts mehr, wie es mal war. Im Sommer fallen die Temperaturen immer tiefer, Fasnachtskiechli kann man bereits vor Silvester im Migros poschten, und Schoggihasen stehen einen Tag nach den drey scheenschte Dääg im Kaufregal. «Alles s ganz Joor», ein leidiges Thema, dem sich die Charivari-Schauspieler in einem Raamestiggli widmen. Bernadette Brack preist auf dem Claraplatz 1.-August-Abzeichen an, da schrillt eine aufdringliche Stimme über den Platz: «Blaggedde, Blaggedde!» Stephanie Schluchter hat Fasnachtsplaketten dabei, die sie an den Mann bringen möchte – sogar «zum halbe Priis». Grosses Entsetzen bei der Abzeichen-Verkäuferin. Schluchter setzt noch einen drauf, sie hat nämlich auch solche aus den Jahren 1974 oder 2000 im Sortiment. «Die Art-Besucher geben mir dafür 50 Franken.»

Für die Kleinbasler Vorfasnachtsveranstaltung hat sich Regisseurin Colette Studer ein paar Neuerungen ausgedacht. Nicht weniger als 15 Raamestiggli werden gespielt – das heisst, viel mehr als bisher. Dafür sind sie kürzer und schlanker. «Es ist nicht mehr nur lustig-lustig», erklärt Studer. Auf dem Programm stehen viele Solonummern oder Stiggli zu zweit. «Hinzu kommt, dass die Raamestiggli fliessend in die musikalischen Darbietungen übergehen.»

Aufwendiges Bühnenbild

Auffallend am diesjährigen Charivari ist das imposante Bühnenbild. Mit einer Rekonstruktion des Basler Münsters beginnt dieses am linken Flügel. Der Balkon sei bespielbar, so Studer. Weiteres soll jedoch noch eine Überraschung bleiben. Gegenüber dem Münster hat der Bühnenbildner Hans Dätt Marti die Clarakirche so präzise gebaut, dass es scheint, man laufe auf direktem Weg durch die Eingangstüre. Das Hintergrundbild zwischen den beiden Kirchen ändert je nach Szene. Mit satten Farben haben Marti und Christoph Knöll die Mittlere Brücke bei Nacht, den Münsterplatz mit der Laternenausstellung oder den Blick über Basels Dächer gemalt.

Der Produzent der Kleinbasler Vorfasnachtsveranstaltung Erik Julliard bezeichnet die Trommelgruppe Taiko als seinen persönlichen Höhepunkt. Auf der Bühne warten mehrere gut 120 Zentimeter hohe mit Schlägeln geschlagene Röhrentrommeln auf ihre Musiker aus Japan. Der Aufbau der Instrumente sei nicht einfach gewesen, so Julliard.

Jeden Abend ein anderer Marsch

Wie jedes Jahr sorgt auch am 38. Charivari die Gugge Negro Rhygass mit einem Medley für gute Stimmung. Und die Naarebaschi haben sich etwas ganz Spezielles einfallen lassen. An allen 15 Vorstellungen spielt die Clique einen anderen Marsch aus ihrem Repertoire. Vom Nunnefirzli über dr Ueli bis hin zum Läggerli ist wohl jedes bekannte Stück dabei.

Charivari 24. Januar bis 7. Februar, Volkshaussaal. Es gibt für alle Vorstellungen noch Billette. www.charivari.ch