Vom morgendlichen Weckerläuten bis zum abendlichen Lichtausknipsen verbrauchen wir alle Strom. Viel Strom. Und noch lange stammt dieser nicht nur aus sauberen Wind- und Wasserkraftwerken, sondern zu einem grossen Teil auch aus Atomkraftwerken. Und AKW produzieren Abfall. Gefährlichen, radioaktiven Abfall, um genau zu sein.

Um diesen sachgemäss zu entsorgen, müssen sogenannte Tiefenlager errichtet werden. Wo diese ungeliebten Aufbewahrungsorte dereinst in der Schweiz sein sollen, ist noch unklar – und umstritten. «Das ist ein sehr emotionales Thema, welches zu kontroversen Diskussionen führt», sagt Heinz Sager, Ressortleiter für Ausstellungen und Events bei der Nagra.

Als im Oktober 2012 diverse Medien ein internes Nagra-Papier publik machten, welches den Eindruck erzeugte, dass bereits entschieden sei, wo dereinst die Atomabfälle gelagert werden sollen, wurde die Kritik noch harscher. Die Nagra sah sich dem Vorwurf der mangelhaften Transparenz ausgesetzt.

Heuer stellt die Nagra zum ersten Mal an der Muba aus. Beim «Time Ride» betreten Interessierte einen angeblichen Lift, der sie rüttelnd und schüttelnd auf eine visuelle Reise durch Raum und Zeit mitnehmen, auf der erklärt wird, wo das gefährliche atomare Gut aufbewahrt werden soll: In einer nach Ansicht der Nagra bestens geeigneten Gesteinsschicht namens Opalinuston, in 650 Metern Tiefe.

(Quelle: youtube.ch/Nagra Erdwissen)

Time Ride. Die Reise durch Raum und Zeit an der Muba

Versucht die Nagra, mit einem «Erlebnis» die Besucher für die Endlagerung milde zu stimmen? Sager streitet ab. «Time Ride» sei schon vor der Transparenz-Kritik an diversen Messen auf Tour gewesen. Der Besuch an der Muba diene viel mehr dem Zweck, die Leute auf dieses Thema aufmerksam zu machen, ihnen klar zu machen, dass es diese Abfälle gibt. «Viele sind sich dessen gar nicht bewusst», erklärt Sager.

Verantwortung annehmen

Der Stand lockt ein durchmischtes Publikum an. «Hier können wir direkt mit Besuchern diskutieren. Viele sind bereits gut informiert und stellen gezielte Fragen», weiss Sager.

Deshalb arbeiten bei der Sonderschau Angestellte der Genossenschaft, die sich auf dem Gebiet auskennen, denn «wir wollen den Leuten die Angst nehmen und zeigen, dass wir die Verantwortung annehmen».