Basel

Rekord-Schmuggel am Euro-Airport: Als Tarnung gründeten die Schmuggler sogar eine eigene Airline

Eine Kamera filmt, wie der Jet entladen wird.

Eine Kamera filmt, wie der Jet entladen wird.

Schmuggler setzen vermehrt auf Privatjets und kleine Flugzeuge, um ihre Ware zu transportieren. Das Prozedere ist im Vergleich zu normalen Linienflügen einfacher – und intransparenter.

Vergangene Woche hat Europol einen grossen Erfolg im Kampf gegen den internationalen Drogenschmuggel vermeldet. Demnach wurden bereits im Mai in Basel 600 Kilogramm Kokain sichergestellt. Drei Männer wurden festgenommen, ihnen droht die Auslieferung nach Kroatien, wo der mutmassliche Anführer eine Firma führte.

Nun zeigen Recherchen der «SonntagsZeitung», dass das Vorgehen der Männer, die Drogen mittels Businessjet über die Grenze zu bringen, derzeit im Trend ist. «Der polizeiliche Austausch hat ergeben, dass die Schmuggler vermehrt auf Privatjets und kleine Flugzeuge setzen, um ihre Ware zu transportieren», sagte Fedpol-Sprecherin Lulzana Musliu zur Zeitung. Die Maschinen würden dafür oftmals gechartert, wie auch im aktuellen Fall. Die Zollverwaltung gibt keine Auskünfte zu den Tranportwegen.

Sicher ist: Das Fliegen mit Business-Jets unterscheidet sich stark vom Linienbetrieb. Den Business-Passagieren stehen die Dienste sogenannter «fixed-base operators» (FBO) zur Verfügung. Am Euroairport bieten zwei Firmen entsprechende Services an. Die Firmen werben damit, dass die Passagiere direkt ans Flugzeug gebracht werden und dass ihnen die Zollformalitäten abgenommen werden. Auf Anfrage der bz beschreibt eine Insiderin das Vorgehen nach der Landung: Demnach verbleiben die Passagiere an Bord, während Mitarbeiters des Zolls allfällige Kontrollen vornehmen. Erfolgt die Freigabe, kann die Weiterfahrt fortgesetzt werden.

Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, sollen die Schmuggler in Basel nicht nur einen Jet gechartert, sondern als Tarnung gleich eine eigene Fluggesellschaft gegründet haben. (huf)

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