Der Euro-Airport erlebt am Mittwoch und in der Nacht auf Donnerstag die wohl verkehrsreichsten 24 Stunden seiner Geschichte. Zwischen 5.30 und 1.30 Uhr kamen rund 40 Charter-Jets mit tausenden von Fans an Bord aus Liverpool und Sevilla. Zur «Stosszeit» um 10 Uhr kamen die Jets im Minutentakt. Da geriet der Flughafen an die Kapazitätsgrenze. Nadelöhr dürften die Tarmac-Busse und Passkontrolle gewesen sein. Um den Ansturm in Grenzen zu halten, hielt die Bodenorganisation die Passagiere offenbar zum Teil in den Flugzeugen zurück, wie das Beispiel XL Airways aus Liverpool zeigte. Die Fans mussten sich eine halbe Stunde gedulden. Das vorläufige Fazit des Euro-Airports ist positiv.

Ein Augenschein gegen 11 Uhr zeigte einen stetigen Strom von rot und rot-weiss gekleideten Fans, alle bester Laune, manchmal skandierend, manchmal singend, im Allgemeinen aber recht gesittet. Die Polizei und die mit Maschinenpistolen bewaffnete Armee waren präsent, hielten sich aber eher im Hintergrund.

Der Ansturm hatte auch einige Zaungäste angelockt – und Flugzeugfans, die sich im Dutzend an den Fenstern im 5. Stock die Nase platt drückten. Ein kleiner Trupp solcher Flugzeugbeobachter kam eigens aus London angereist. Diese «Planespotters» oder «Aerosexuals», wie sie auch genannt werden, nehmen sich bei solchen Grossanlässen extra einen freien Tag. Sie notieren sich fein säuberlich jedes Flugzeug, dessen Immatrikulation und Fluggesellschaft, sind mit Ferngläsern bewaffnet und knipsen unentwegt. Und sie kommentieren den Verkehr live. «This is italian», sagt Peter Kendal, als die Boeing 767 von Meridiana aufsetzt und weitere 300 Passagiere nach Basel bringt. Peter kam am Mittwoch früh mit Easyjet und flog am Abend zurück. Was der speziellste Vogel gewesen sei, wollten wir wissen. «Ja, eigentlich gab es da nichts Besonderes.» Recht hatte er. Für einen Gatwick- oder Heathrow-gewöhnten Londoner ist das, was hier in Basel abging, tatsächlich nichts Ungewöhnliches.

Besonders war für Basel lediglich die Häufung von Jets, besonders von Grossflugzeugen wie A-330, A-340, Boeing 767 und 747. Einen Stau gab es gegen Mittag bei Easyjet: Das Personal war derart absorbiert durch die Ankünfte, das im Abflug das Personal knapp wurde.