Knallblauer Himmel, gleissender Sonnenschein und eine brütende Hitze mit bis zu 34 Grad im Schatten. Während der Asphalt zu kochen beginnt, suchen die Baslerinnen und Basler Abkühlung. So ist etwa das Gartenbad Bachgraben schon am frühen Nachmittag sehr gut besucht. Das Kinderplanschbecken ist ebenso überfüllt wie die grossen Pools. Seit Beginn der Hitzewelle werde deshalb punktuell auch mehr Personal zur Beaufsichtigung der Schwimmbecken eingesetzt als üblich, so Rolf Moser, Leiter «Bäder und Kunsteisbahnen» im Erziehungsdepartement.

Seit dem legendären Hitzesommer von 2003 seien die Besucherzahlen nicht mehr so gut gewesen, sagt Moser. Damals hätten die drei staatlichen Gartenbäder Bachgraben, St. Jakob, Eglisee und rund 865 000 Eintritte verzeichnet. Ob der Rekord in diesem Jahr geschlagen werden könne, sei noch nicht sicher. Allerdings seien schon per
12. Juli 250 000 Eintritte erreicht worden. Das seien 77 000 Eintritte mehr als in der Vergleichsperiode 2014. Auffallend sei, dass die vielen Menschen in den Gartenbädern sich friedlich verhalten würden, so Rolf Moser. Bis jetzt seien keine Zwischenfälle bekannt. Dazu trage die Präsenz einer Sicherheitsfirma bei, aber vielleicht seien die Leute wegen der Hitze auch schlicht zu erschöpft zum Streiten.

Zuflucht im Rhein

Hoch im Kurs ist im Hitzesommer 2015 auch der Rhein. Tausende suchen dort Zuflucht von der Hitze und stürzen sich in der Mittagspause oder nach Feierabend in den Strom. Einen Prachtsommer erleben auch die Rhein-Badehäuser. «Ich arbeite hier seit zehn Jahren und es ist der beste Sommer, den ich je erlebt habe», sagt etwa Bianca Köchlin vom «Rhybadhysli Santihans».

Einzig die Rheinfähren scheinen vom heissen Wetter kaum zu profitieren. «Wir haben das gleiche Aufkommen wie in anderen Jahren» so Martin Reidinger, «Fährimaa» der St. Alban Fähre «Wild Maa». Jacques Thurneysen von der Münsterfähre «Leu» weist darauf hin, dass das Passagieraufkommen auf den Fähren ab 30 Grad abnimmt. Für eine Überfahrt auf dem Rhein seien 26-30 Grad am angenehmsten .

Das permanente schöne Wetter verändert die Stadt. Ganz Basel scheint im Freien zu sein. Von überall her sind fröhliche Stimmen und Gelächter zu hören. An jeder Ecke wird eine Glace konsumiert. Klar, dass bei so viel Betrieb auch die Buvetten sehr hohen Anklang finden. Fünf Stück befinden sich am Rheinufer auf der Kleinbasler Seite und jede davon wird äusserst rege besucht. «Es läuft wirklich super diesen Sommer», sagt Amelia Herzog, Geschäftsführerin der «Oetlinger Buvette». Vor allem der hausgemachte Eistee sei sehr beliebt, sowie Würste und Salate und alles, was vom Grill kommt. Dieser zeichnet die «Oetlinger Buvette» aus. Sie ist die einzige Buvette im Kleinbasel, die einen Elektrogrill besitzt.

Erfolg für neue Buvette

Abseits des Rheins kann sich die «Bollwerk Buvette» oberhalb des Paddy Reilly’s Pub bei der Heuwaage, die es erst seit diesem Sommer gibt, ebenfalls nicht beklagen. «Das schöne Wetter trägt bestimmt einiges dazu bei», sagt Roger Greiner, einer der beiden Initianten der Buvette. Auch die Eröffnung am 18. Juni sei ein voller Erfolg gewesen. «Es gab diverse DJs, ein Jazz-Trio und einen «Vegiman», der Burger anbot. Die Leute blieben bis um zwei Uhr morgens.» Obwohl man vom Bollwerk aus keine Panoramasicht auf den Basler Rhein hat, sieht Greiner keine Benachteiligung im Standort seiner Buvette. Es sei ein gemütlicher Fleck im Grünen, die Leute sässen unter einer Linde und könnten von dort aus den Sonnenuntergang bewundern. Zudem sei das Bollwerk dank der Buvette richtig aufgeblüht, es gäbe weniger Polizeikontrollen und sei viel friedlicher. «Zuvor war das Bollwerk eher ein Ort, der von dubiosen Personen besucht wurde», sagt Greiner weiter.

Ein anderer Vorteil ist die unmittelbare Nähe der Buvette zu diversen grossen Firmen wie Swisscom. «Wir öffnen bereits vor Mittag, passend also für Geschäftsleute, die einen Platz zum Mittagessen suchen.» Eine Einzigartigkeit der «Bollwerk Buvette» ist ihr regionales Konzept. Sie bietet viele regionale Getränke an, unter anderem das Ueli Bier und Basler Bier. «Unsere Menus sind hingegen eher orientalisch», so Greiner. Er glaubt, dass die idyllische Atmosphäre in Zukunft noch viele weitere Besucher anlocken wird. «Bisher haben wir nur positives Feedback erhalten.»

Was für den einen oder anderen vielleicht ein zu heisser Sommer ist, ist für die Basler Buvetten und Bäder also eine Art Lottogewinn.