Der Automobil-Club der Schweiz (ACS), respektive seine Basler Sektion, muss eine bittere Niederlage einstecken. Der Rekurs gegen das verhasste Tempo 30 in der Grenzacherstrasse ist definitiv vom Tisch. Das Bundesgericht hat das Urteil des Basler Appellationsgerichts gestützt. Beide Gerichte hatten nicht in der Sache entschieden: Weil der ACS den Kostenvorschuss ans Appellationsgericht zu spät bezahlte, traten weder das oberste Basler Gericht, noch das höchste Schweizer Gericht überhaupt sachlich auf die Anliegen des ACS ein.Das Bundesgericht bestätigt in einem neuen Urteil, das Appellationsgericht sei zu Recht nicht auf den Rekurs des ACS eingetreten.

Dieser hatte zuvor bereits beim Baudepartement und danach beim Regierungsrat gegen das Vorhaben rekurriert, in der Grenzacherstrasse bei der Roche Tempo 30 einzuführen. Dies sei nötig, hatten Regierung und Parlament in den letzten Jahren mehrfach beschlossen. Denn das Firmenareal der Roche, das durch die Grenzacherstrasse durchschnitten wird, werde so sicherer für die Fussgänger. Deren Zahl wird mit der Eröffnung des Roche-Turms zunehmen. Und die Arealplanung von Herzog und De Meuron sieht auch weitere zusätzliche Arbeitsplätze vor.

Parlament ist zerstritten

Damit kann die bereits begonnene Umgestaltung der Grenzacherstrasse wie geplant weitergeführt werden. Allerdings wird es noch weitere Diskussionen über die zukünftige Linienführung von Tram und Bus geben, da sich Anwohner der Grenzacherstrasse zusammengeschlossen haben, um dagegen vorzugehen. Sie befürchten eine weitere Zunahme des Verkehrslärms.
Die Diskussionen um die Neugestaltung und vor allem um die Temporeduktion in der Grenzacherstrasse hatten im Grossen Rat exemplarisch gezeigt, wie zerstritten das Parlament in Verkehrsfragen ist. Die Arbeiten auf dem Abschnitt Peter-Rot-Strasse bis Solitudepark sollen am 18. September fertig sein. Zu diesem Zeitpunkt eröffnet die Roche auch ihren Bau.