«Wie könnte das Spital der Zukunft aussehen?» Diese Frage stellen sich Friedrich Eckstein und Stefan Osswald, die zusammen das Herzzentrum des Universitätsspitals Basel leiten, immer wieder. «Als unser Herzzentrum, in dem Kardiologen und Herzchirurgen im Team arbeiten, vor sieben Jahren letztmals einen Tag der offenen Tür durchführte, zeigten wir das Spital als Reparaturanstalt. Das ist es zwar immer noch, aber nach unserer Meinung müssten wir auch viel mehr vorbeugend wirken», sagt Osswald. «So nimmt am morgigen Tag der offenen Tür des Herzzentrums Prävention einen wichtigen Platz ein», sagt Michael Kühne, der als Leitender Arzt Kardiologie für die Organisation verantwortlich ist.

«Wir sehen täglich so viele Patienten, und da fragen wir uns schon immer wieder, ob nicht die eine oder andere Erkrankung alleine durch eine Verhaltensänderung hätte vermieden werden können», so Osswald. Ein Herzinfarkt komme zwar völlig überraschend, aber er habe meist eine Vorgeschichte: Zu wenig Bewegung und zu viel Rauchen sind die grössten Risikofaktoren.

Schätzungen besagen, dass 80 Prozent der kardiovaskulären Erkrankungen verhindert werden könnten. Hier setzt die Prävention an, mit dem Ziel, für eine Verlängerung der gesunden Lebenszeit und für mehr Lebensqualität zu sorgen. Über die Bedeutung der Herzkreislauf-Krankheiten braucht man nicht lange zu streiten. 40 Prozent aller Todesfälle sind auf kardiovaskuläre Krankheiten zurückzuführen. Die Zahl der Herz-Kreislauf-Patienten nimmt pro Jahr um drei bis fünf Prozent zu, deshalb ist die Klinik für Kardiologie des Unispitals entsprechend stark ausgelastet.

«Nicht an der Forschung sparen»

Das Problem ist nur, dass das Spital keinen speziellen Auftrag zur Erbringung von vorbeugenden Leistungen hat. Gesundheitsprävention ist Sache des Bundes. «Aber wir haben eine fachliche Verantwortung», sagt Osswald. So gelangt das Herzzentrum des Basler Unispitals mit der Raucherproblematik auch an Schulen, und Schulklassen besuchen das Herzzentrum. Im Gellertpark existiert seit Anfang Jahr ein Präventions- und Rehabilitationszentrum für die Nachbetreuung.

Und schliesslich stellt sich die Kostenfrage. Ja, die Spitäler seien unter Druck. Die Kosten der Einzelleistungen seien in der Kardiologie zwar teilweise gesunken, aber die nachgefragte Menge habe zugenommen. «Die Ansprüche sind hoch. Die Patienten wollen meist das machbare Maximum.» Wenn es ums Sparen geht, sei wohl die Forschung als erste gefährdet. Ein völlig falscher Ansatz, sagt Osswald.

Am Tag der offenen Tür des Herzzentrums von morgen Samstag kann unter anderem ein Herzcheck gemacht werden, man kann sich Cholesterin, Blutdruck und –zucker messen lassen, Fachleute halten Vorträge zu Herzinfarkt, Klappenfehlern und Vorhofflimmern. In Kleigruppen wird man durch Operationssäle und Labors geführt, auf dem Dach gibt es den Rega-Helikopter zu bestaunen.


Samstag, 9. September, 10 – 17 Uhr
Spitalstrasse 21, Basel (Eingang Klinikum 1)