Nachtleben
Rettet ein Vorstoss die Basler Clubszene?

Nach dem Vorschlag von Kulturchef Philippe Bischoff wollen nun auch Politiker etwas gegen das Clubsterben unternehmen. Denn Clubs wie Nordstern und Hinterhof sind international bekannt und erfolgreich.

Céline Feller
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Hinterhof und Nordstern müssen Ende Jahr schliessen.

Hinterhof und Nordstern müssen Ende Jahr schliessen.

bz

«Ich habe den Eindruck, dass noch kaum wahrgenommen wird, dass das Nachtleben für Basel ein Wirtschaftsfaktor ist», sagt Mirjam Ballmer. Die Politikerin und grüne Grossrätin jedoch hat diese Tatsache erkannt. Ballmer will nun etwas gegen das Clubsterben unternehmen. «Das Thema interessiert mich als Mitglied von Kulturstadt Jetzt und als Nutzerin des Basler Nachtlebens.» Kulturstadt Jetzt, ein Bündnis, dem neben Ballmer noch zwei weitere Grossräte – namentlich Kerstin Wenk und Tobit Schäfer – angehören, fordert schon lange, dass es besser werden muss. Dies betont Geschäftsführer Claudio Miozzari gegenüber der bz. «Das Problem ist, dass es auf Grund von Vorbehalten und Bewilligungsauflagen kaum möglich ist, gute Räume zu finden», so Miozzari. Er kann es sich auch nicht erklären, wieso so erfolgreiche Clubs wie beispielsweise der Nordstern keine gefragten Mieter sind.

Denn diese Clubs sind international bekannt und erfolgreich. «Gerade der Hinterhof und der Nordstern zeigen doch, dass das Nachtleben ein wichtiger Standortfaktor ist», sagt auch Ballmer. Wenn solche Clubs nach Zürich abwandern müssen, sei das schlicht unverständlich, so die Grossrätin. «Der Kanton muss sich für Lösungen einsetzen.» Und um diese zu forcieren, «überlegt sich Kulturstadt Jetzt zusammen mit anderen Akteuren, welche Schritte nun sinnvoll sind», sagt Ballmer. In welche Richtung diese Schritte gehen sollen, kann aber auch Miozzari noch nicht konkret festlegen. «Wir haben noch nicht entschieden, ob und wenn ja welche Form von parlamentarischem Vorstoss in Sachen «Clubsterben» am meisten bringt.»

Dass Miozzari Ballmer als wichtige Person in diesem Prozess ansieht, will er aber nicht verbergen: «Einen Vorstoss im Grossen Rat einreichen könnte Mirjam Ballmer. Sie ist im Gespräch mit anderen Mitgliedern von Kulturstadt Jetzt wie Sebastian Kölliker.»

Das genaue Vorgehen will Ballmer aber auch noch nicht schildern. Sie habe aber die Hoffnung, «dass dem Nachtleben endlich der Stellenwert beigemessen wird, den es verdient und dass vernünftige Massnahmen gefunden werden.» Der Vorschlag eines Konzepts zum Nachtleben, den Kulturchef Philippe Bischof gestern in der bz äusserte, gehe aber in diese Richtung und beweise, dass der Kanton sich Gedanken mache.

Auch Juso setzen sich ein

Neben Ballmer und Kulturstadt Jetzt wollen auch die Juso Basel-Stadt eine Reaktion von der Regierung. «Es ist äusserst herablassend und eine Frechheit gegenüber den Jungen, wenn die Behörden Clubs am Laufmeter schliessen lassen», schreiben sie in einer Mitteilung. Sie fordern die Regierung – insbesondere Guy Morin als Vorsteher der Abteilung Kultur und Eva Herzog als Zuständige jenes Departements, dem Immobilien Basel-Stadt unterstellt ist – deshalb auf, den Clubs, die schliessen müssen, alternative Räumlichkeiten anzubieten.