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«Rettet Telebasel»: Der Heckenschuss aus dem Hinterhalt

Eine neue Gruppierung sieht die Eigenständigkeit des Senders bedroht. (Archivbild)

Eine neue Gruppierung sieht die Eigenständigkeit des Senders bedroht. (Archivbild)

Eine neue Gruppierung meldet sich zu Wort. Sie nennt sich «Rettet-Telebasel» und sieht die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit des Basler Regionalfernsehsenders bedroht.

Als Grundübel erachtet sie eine «Bad Governance» beim Sender, personifiziert in Michael Bornhäusser, der sowohl Ausschussmitglied des Stiftungsrates als auch Geschäftsführer ist. Sich vollends ins Zentrum der Kritik gerückt hatte sich Bornhäusser, als er nicht nur im Hintergrund als Programmmacher auftrat, sondern sich als Interviewer von MCH-Präsident Ueli Vischer auch vor die Kamera setzte. Die Vermischung der verschiedenen, kaum miteinander zu vereinbaren Funktionen waren damit augenscheinlich.

«Rettet-Telebasel» erinnert an die erfolgreiche Empörungskampagne «Rettet Basel», die vor zehn Jahren im Zusammenhang mit der Übernahme der «Basler Zeitung» durch rechtskonservative Kreise entstanden ist. Die «Tageswoche», die daraus entstand, ist mittlerweile ebenso Geschichte, wie der Zeit der BaZ in Christoph Blochers Imperium.

Während «Rettet Basel» vor allem in Kulturkreisen verankert war, scheint es «Rettet-Telebasel» an Verankerung zu fehlen. Als Person im Vordergrund agiert der Binninger Künstler Markus Zaugg. Im Hintergrund ist es jedoch der ehemalige Journalist und frisch pensionierte PR-Profi Conrad Engler, was dieser auf Anfrage bestätigt.

Weitere Beschwerde geplant

Engler ist ein «Telebasel»-Insider. Während Jahren leitete er die Programm-Begleitkommission des Senders. Das Gremium, dem in den Anfängen vom ehemaligen SRF-Boss Peter Schellenberg vorstand, ist in der Art und Wirkungslosigkeit ähnlichen Gefässen bei der SRG nachempfunden. Nach seinem Rücktritt in der Programmkommission spekuliert Engler, Roger Thiriet als Präsident des Stiftungsrates ablösen zu können. Der Anwalt Niggi Tamm, der am vergangenem Freitag auf Thiriet folgte, sagt, Engler sei jetzt halt sehr enttäuscht. Ein weiterer Kommentar erübrige sich.

Damit macht es sich Tamm allerdings etwas einfach: Die Beschwerde, die von Zaugg/Engler wegen des missglückten Interviews beim Ombudsmann eingereicht worden ist, hat zu einer selten klaren Massregelung des Regionalfernsehsenders geführt. Auf dieser Schiene wollen Zaugg/Engler weiterfahren. Mit einer Aufsichtsbeschwerde sind sie beim Bundesamt für Kommunikation vorstellig geworden, das nun versucht, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen.

Und damit das Thema nicht so rasch aus der Öffentlichkeit verschwindet, ist eine Beschwerde bei der Unabhängigen Beschwerde-Instanz (UBI) geplant. Engler mag ein Enttäuschter sein. Doch wie eine Kampagne zu führen ist, das weiss er.

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Autor

Christian Mensch

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