Pubflifon

Rettung naht: Museum bewirbt sich um die Kult-Kabinen am Barfi

Die Swisscom will die wohl bekanntesten Telefon-Kabinen der Nordwestschweiz abreissen. Doch es könnte auch anders kommen: Das Historische Museum Basel will das dunkelblaue Häuschen gerne in seine Sammlung aufnehmen.

Die Swisscom gibt sich felsenfest entschlossen: Alle Publifone müssen weg. Auch die Telefonkabinen am Barfüsserplatz. Spätestens im zweiten Quartal 2019 wird das Häuschen mit den markanten pyramidenförmigen Spitzen auf dem Dach abgebaut.

Das Kabäuschen bleibt den Baslerinnen und Baslern aber wohl erhalten. Das Historische Museum Basel (HMB) bemüht sich um eine Übernahme der wohl bekanntesten Publifone der Nordwestschweiz. Patrick Moser, Kurator Zeitgeschichte am HMB, sagt zur bz: «Ja, wir würden die Kabinen gerne vor der Verschrottung bewahren und in unsere Sammlung aufnehmen.» Das HMB habe bereits mit der Allmendverwaltung des Kantons Basel-Stadt Kontakt aufgenommen. Aufnehmen würde das HMB das Häuschen in die Abteilung für Zeitgeschichte. «Die Kabinen haben fast schon Kult-Status», sagt Moser. «Fast alle verknüpfen irgendeine Erinnerung mit ihnen.»

Kabinen sind zu haben

Die Swisscom hat bereits verlauten lassen, sie biete Hand für eine Abgabe (siehe bz vom Donnerstag). Falls jemand die Kabinen übernehmen wolle, so könne er sie gratis haben. Ein Wörtchen hat auch die Allmendverwaltung mitzureden. Im Raum stehen diverse Zwischennutzungen.

Die Kabinengruppe vor dem Stadt-Casino wurde vor der Herbstmesse 1979 eingeweiht. Im kommenden Herbst hätte das dunkelblaue Häuschen seinen 40. Geburtstag gefeiert. Gut möglich, dass es im kommenden Jahr an einem anderen runden Geburtstag gezeigt wird: 2019 feiert das Historische Museum sein 125-Jahr-Jubiläum. Einer der drei Ausstellungsorte des HMB ist die Barfüsserkirche. Stünden die Kabinen dort, wären sie beinahe zu Hause – nur ein Dutzend Meter von ihrem heutigen Standort entfernt.

Denkmalschutz winkt ab

Eine andere Möglichkeit, die Kabinengruppe zu erhalten, wäre der Eintrag ins kantonale Inventar der schützenswerten Bauten und Objekte, oder sie werden kurzerhand zum Baudenkmal erklärt – so, wie zuvor Rathaus, Münster oder Fischmarktbrunnen.

Der Kantonale Denkmalschützer Daniel Schneller winkt jedoch ab. Er schreibt auf Anfrage: «Wenn keine Nutzung für solche Telefonkabinen da ist, ist es auch schwierig, sie sinnvoll zu bewahren.»

Sein Alternativvorschlag: Die Kabinen sollen ins Museum.

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