Ausflugstipp
Rheinfelden: Vielseitig mit wunderschöner Altstadt

Cafés, Beizen und Wellnessoasen locken nach Rheinfelden wie ein Schwumm im Rhein und eine reiche Geschichte.

Tobias Müller
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Die Marktgasse mit dem Rathaus, dessen älteste Teile auf das 14. Jahrhundert zurückgehen.

Die Marktgasse mit dem Rathaus, dessen älteste Teile auf das 14. Jahrhundert zurückgehen.

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Die Rheinfelder Bürger sind stolz auf ihre Stadt. Dies fällt sofort auf, wenn man die Altstadt betritt und die unzähligen Fahnen und Plakate sieht, die auf den Gewinn des Wakker-Preises 2016 hindeuten. Dieser wird vom Schweizerischen Heimatschutz für beispielhaften Ortsbildschutz verliehen. Die Stadt mit ihren rund 13 000 Einwohnern zwischen Jura-Nordfuss und dem Ufer des Hochrheins hat ihn für ihre Lebensqualität sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Badisch- Rheinfelden erhalten.

Bei herrlichem Sommerwetter empfiehlt es sich, die Reise von Basel nach Rheinfelden mit dem Velo zu bewältigen – am besten auf der deutschen Seite dem Rhein entlang, da diese weniger befahren ist als die Schweizer Route durch das Industriegebiet.

Für die sportlich Reisenden bietet sich nach dieser rund 60-minütigen Velofahrt gleich das Café Graf an, das mit unzähligen Schokoladenleckereien und gutem Kaffee überzeugen kann. Das «Graf» befindet sich bei der Schiffsanlegestelle, gleich bei der alten Steinbrücke. Aber auch sonst ist die Auswahl an Cafés in der Altstadt Rheinfeldens riesig, auch das «Pane Amore e Fantasia» bietet sich für einen Zwischenstopp an. Es befindet sich inmitten der Marktgasse, wo sich unzählige kleine Boutiquen aneinanderreihen.

Reiche Salzvorkommen

Wer Lust auf etwas Geschichte hat, der geht nach dem Halt im Café in das Fricktaler Museum, gleich vis-à-vis vom «Pane Amore e Fantasia». Dort wird die Geschichte Rheinfeldens von A bis Z nacherzählt. Wer sich danach erholen muss, der sollte einen Spaziergang im Rheinfelder Stadtpark in Betracht ziehen. Um zu diesem zu gelangen, läuft man bis ans Ende der Marktgasse, bis zum Storchennestturm. Wenige Meter dahinter erstreckt sich der Park über eine riesige Fläche, direkt am Rhein.

Dort war es auch, wo man 1844 tief unter der Oberfläche reiche Salzvorkommen entdeckt und somit der Stadt zu wirtschaftlicher Blüte verholfen hat. Aber auch die Heilkraft der Sole war den Rheinfeldern schnell bewusst. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es in Rheinfelden mit dem Kurzentrum Sole Uno und dem Hotel Eden gleich zwei Wellnessoasen gibt. Das Hotel Eden befindet sich gleich beim Bahnhof, am Fusse des Kapuzinerbergs. Das «Sole Uno» liegt am Rande des Stadtparks, im Roberstenquartier. Dort kann man von 8 Uhr bis 22 Uhr Dampfbad, Sauna oder Massage geniessen. Ein Tipp: Planen Sie Ihren Besuch im «Sole Uno» am Morgen ein, um den Menschenmassen aus dem Weg zu gehen.

Zum Abkühlen in den Rhein

Anschliessend bietet sich eine Abkühlung im Rhein an. Beim Park Hotel, gleich neben dem «Sole Uno», wird einem der Einstieg ins kühle Nass beim extra dafür geschaffenen Strand vereinfacht. Während des Rheinschwumms ist der Besucher der reichen Geschichte Rheinfeldens womöglich am nächsten, wenn man auf das Inseli, den Stein inmitten des Rheins, zuschwimmt.

Badisch-Rheinfelden

Den Rheinufer- Rundweg entlang

Oberbügermeister Klaus Eberhardt aus dem Badischen und Stadtammann Franco Mazzi auf der Schweizer Seite pflegen engen Austausch und freundschaftliche Zusammenarbeit. So werden Events wie die Neujahresveranstaltung oft gemeinsam durchgeführt. Wer etwas von Badisch- Rheinfelden erleben möchte, dem sei der Rheinufer-Rundweg empfohlen. Er dauert rund eineinhalb Stunden, geht von der alten Steinbrücke nach Deutschland, rheinaufwärts über den Adelberg bis zum neuen Wasserkraftwerk. Regelmässig finden in Badisch-Rheinfelden Flohmärkte statt. Beim Wasserkraftwerk überqueren wir den Rhein und gehen durch den Stadtpark wieder Richtung Städtli.

Im 10. Jahrhundert besiedelten die Grafen von Rheinfelden, wie man sie später nannte, die linke Rheinuferseite. Auf dem Inseli thronte die Burg «Stein». Im 12. Jahrhundert bauten die Zähringer den Marktort zur Stadt aus. Später wurde der Ort habsburgisch und war danach deshalb in etliche Kriege verwickelt. Rheinfelden überlebte jedoch alle, so auch die Pestepidemie Mitte des 16. Jahrhunderts.

Beim Rheinschwimmen ist Vorsicht geboten. Rechts vom «Stein» befindet sich das gefährliche St.-Anna-Loch, ein steil abfallender Graben im Flussbett. Darum also unbedingt durch einen der beiden linken Brückenbogen durchschwimmen und dann am besten beim Inseli aussteigen.

Wer nach der sportlichen Aktivität Hunger verspürt, dem bieten sich gleich mehrere Optionen an: Die Pizzeria Post, am Ende der Marktgasse gleich beim Storchennestturm. Oder die alte Rheinfelder Beiz Schlüssel in der Geissgasse, wo es köstliches Poulet und Pommes frites mit Buttersaucen gibt. Für ein edleres Essen bieten sich der «Schützen» oder das «Schiff» an.

Am Nachmittag macht ein Abstecher zur Feldschlösschen-Brauerei Sinn. Eine geführte Tour, wo man alles über die Mixtur von Hopfen und Malz erfährt, lohnt sich allemal. Die Führungen können über die Website der Brauerei Feldschlösschen für Gruppen gebucht werden. Heute Samstag findet auf dem Feldschlösschen-Areal das Bierculinarium statt, wo man etliche Sorten testen kann. Und vom 9. bis 13. August geht dort das Open-Air-Kino auf dem grossen Hof über die Bühne.

Schön ist der Rückweg nach Basel mit dem Schiff. Dieses legt jedoch leider schon um 14.15 Uhr bei der Anlegestelle, neben dem Inseli, ab.