Im Rahmen des neuen Containerterminals Gateway Basel Nord haben die Schweizerischen Rheinhäfen beim Bundesamt für Verkehr ein Fördergesuch für das Hafenbecken 3 eingereicht. Das teilte am Freitagabend die Hafenverwaltung in einem Communiqué mit.

Das geplante Hafenbecken stelle den Anschluss des Containerterminals an die Binnenschifffahrt sicher und ermögliche so das Wachstum im Containerverkehr zu bewältigen. Gleichzeitig fördere das Hafenbecken 3 die Wettbewerbsfähigkeit des Güterumschlagstandorts Basel, sichere Arbeitsplätze in der Region und leiste einen Beitrag zur Verlagerung von möglichst viel Güterverkehr vom Rhein auf die Schiene. Der Bau des Hafenbecken 3 sei ausserdem eine wichtige Investition in die Zukunft, auch als ergänzender Baustein zur Alimentierung der neuen Gotthardbasis-Achse.

Das Fördergesuch für den Schiffsanschluss ist bereits im Juli eingereicht worden, wurde bislang aber nicht offiziell mitgeteilt. Das BAV wird nun auf Basis des Gütertransportgesetzes beurteilen, in welcher Höhe die Projekte gefördert werden können.

Bald an Kapazitätsgrenzen

Der Bau des Hafenbeckens 3 sei nicht nur für die Schweizerischen Rheinhäfen von grosser Bedeutung. «Die aktuellen Wachstumsraten im Containerverkehr können mit der heutigen Infrastruktur nicht mehr lange bewältigt werden. Die Rheinhafen-Containerterminals sind schon heute sehr gut ausgelastet und haben bereits 2019 ihre Kapazitätsgrenzen erreicht», heisst es in der Mitteilung.

Ohne den geplanten Schiffsanschluss an das Gateway Basel Nord würden zahlreiche Schiffe künftig gezwungen, an anderen Binnenhäfen entlang des Rheins zu entladen und die Fracht dann per Lastwagen durch Basel und die Schweiz zu führen. Damit würden nicht nur Arbeitsplätze in der Schweiz gefährdet, sondern die ganze Region Basel hätte mit einem erheblichen Mehrverkehr an Lastwagen zu rechnen.

«Wir wollen eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung. Eine Entwicklung, die Vorteile für alle Partner am Güterumschlagsort Basel bringt, die Quartierstrassen und Autobahnen in der Region zugunsten der Schiene vernünftig entlastet und vor allem auch Arbeitsplätze in der Schweiz sichert», wird Hans-Peter Hadorn, Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen, in der Mitteilung zitiert.

Für die Planungsgesellschaft Gateway Basel Nord AG sei es von zentraler Bedeutung, dass die Schifffahrt an das Containerterminal angeschlossen werde Die Trimodalität Schiff/Bahn/Strasse sei eine grosse Chance für diese schweizweit einzigartige Logistikdrehscheibe.

Der Schiene-Strasse-Bereich ist mit 73 Millionen veranschlagt, das Hafenbecken mit 111 Millionen Franken. Der bimodale Teil kann vom Bund mit bis zu 80 Prozent der Kosten gefördert werden, das Hafenbecken mit bis zu 50 Prozent. 2019 soll es in Betrieb genommen und 2021 auf eine höhere Kapazität erweitert werden. 2022 soll der neue Schiffsanschluss mit dem Hafenbecken erstellt werden.

Nicht alle zufrieden

Mit den Firmen Swissterminal AG, Danser und Ultra-Brag hat das «Gateway Basel Nord» auch Gegner. Diese finden die geplante Anlage überdimensioniert und würden vorziehen, wenn eine neuer Hafen auf deutschem Gebiet, in Weil, entstünde.