Rheinschifffahrt
Rheinhäfen schlugen im ersten Halbjahr weniger Güter um

Die Schweizer Rheinhäfen haben im ersten Halbjahr 2016 rund zehn Prozent weniger Güter umgeschlagen als in der Vorjahresperiode. Letztere war indes ausserordentlich gewesen, und Sonderfaktoren schlugen nun nicht mehr zu Buche.

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Das Becken des Basler Rheinhafens. (Archiv)

Das Becken des Basler Rheinhafens. (Archiv)

Kenneth Nars

Insgesamt 3,22 Millionen Tonnen Güter wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres in den Häfen in den beiden Basel umgeschlagen. Das sind 10,0 Prozent weniger als im ersten Semester 2015, wie die Schweizerischen Rheinhäfen am Dienstag mitteilten.

Erdöl und Mineralölerzeugnisse als volumenstärkste Warengattung wurden mit 1,35 Mio. Tonnen 16,7 Prozent weniger importiert als in der Vorjahresperiode. Damals war ein Plus von fast 75 Prozent verzeichnet worden, weil die per Pipeline versorgten beiden Schweizer Raffinerien deutlich weniger Output aufwiesen, was den Import per Schiff beflügelt hatte - dies war nun nicht mehr der Fall.

Stahlmarkt härter

Um 4,8 Prozent auf 387'277 Tonnen nachgelassen haben derweil die Importe von Steinen und Baustoffen. Nahrungs- und Futtermittel wurden mit 230'353 Tonnen fast gleichviel eingeführt wie im Vorjahressemester.

Um 22,5 Prozent auf 157'548 Tonnen nachgelassen haben hingegen die Eisen- und Stahlimporte. Die Rheinhäfen schreiben dazu von rückläufigem Geschäftsgang der Schweizer Stahlverarbeiter und von weniger Transitware nach Italien. Frankenstärke und EU-Konkurrenz werden als Hintergrund genannt.

Im Semestervergleich um 9,5 Prozent auf 169'765 Tonnen zugenommen haben derweil die Einfuhren von Landwirtschaftserzeugnissen. Chemische Erzeugnisse kamen mit 110'634 Tonnen 1,8 Prozent weniger via Rhein in die Schweiz.

Leer-Container gefragt

Weiter erneut erfreulich entwickelt hat sich laut den Rheinhäfen im ersten Halbjahr der schiffs- und bahnseitige Containerverkehr: Gegenüber der Vergleichsperiode 2015 nahm er um 2,0 Prozent zu auf insgesamt 66'806 Transporteinheiten (TEU).

Dabei nahm der abgehende Verkehr trotz starkem Franken um 11,5 Prozent zu, während der Import 12 Prozent nachliess. Container werden oft für Exporte mit Regionen verwendet, die nicht in Euro rechnen - etwa Nordamerika und Fernost.

Beladene Container wurden übrigens ein Prozent weniger bewegt, dafür aber neun Prozent mehr leere. Die Rheinhäfen verweisen dazu auf die Ausgleichsfunktion der Rheinschifffahrt: Leere Container sind an den boomenden Seehäfen gefragt.