Der Rhein präsentierte sich am Donnerstagvormittag von seiner schönsten Seite. Es war das perfekte Ambiente, um auf der Münsterfähre den versammelten Medien die Argumente für den Rheinuferweg darzulegen.

Im Wissen, dass die Abstimmung vom 18. Mai knapp werden könnte, versammelte Komitee-Präsident und SP-Grossrat Daniel Goepfert viel Prominenz um sich. Basel Tourismus Direktor Daniel Egloff unterstrich die Bedeutung der Rheinsituation für Basel. Diese beschäftige ihn seit seinem Amtsantritt vor 13 Jahren. «Die Rheinuferatmosphäre prägt mittlerweile unser Stadtbild.»

Die Aufenthaltsqualität mit dem Rhein und der Kultur als prägende Faktoren hätten in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Egloff mahnte, andere Städte, die für den Tourismus in Konkurrenz zu Basel stehen, würden auch investieren. «Eine Stadt ist nicht per se schön und man muss nichts dafür machen. Beim Rheinuferweg könnte man mit relativ bescheidenen Kosten etwas bewirken. Der Rhein ist für unsere Gäste der absolute Mittelpunkt.» Neben Basel Tourismus ist auch der Wirteverband, der Hotelier- und Gewerbeverein mit im Komitee.

Ständerätin Anita Fetz begeistert

Ins gleiche Horn blies Ständerätin Anita Fetz (SP). Sie wisse, dass das Rheinufer für die Basler Bevölkerung eines der schönsten Erholungsgebiete ist. «Die Lücke zwischen Wettstein- und Mittlere Brücke ist sehr schade. Mit dem Rheinuferweg könnte man mit wenig Aufwand sehr viel Lebensqualität dazu gewinnen. Das begeistert mich.»

Wie Daniel Egloff mahnte sie davor, die Stadt dauernd unverändert zu lassen. «Man muss die Altstadt pflegen, das ist klar. Trotzdem muss es den Generationen möglich sein, nach ihren Wünschen Änderungen vorzunehmen.» Basta-Grossrätin Sibel Arslan unterstrich die Bedeutung des Rheinufers als Punkt der Identifikation für Migranten.

Da bei einer knappen Abstimmung die beiden Landgemeinden Riehen und Bettingen das Zünglein an der Waage spielen könnten, holte das Komitee die Riehener Gemeinderätin und Grossrätin Annemarie Pfeifer (EVP) mit ins Boot. «Auch für Leute, die nicht in Basel wohnen, dafür aber dort arbeiten, ist der Rhein ein wichtiger Lebensraum.»

Daniel Goepfert hofft mit einem intensiven Abstimmungskampf in Riehen und Bettingen verhindern zu können, dass diese zu stark gegen den Rheinuferweg votieren, weil sie davon nicht direkt betroffen sind.

Mehrere Varianten und Möglichkeiten

Der Komitee-Präsident wiederholte mehrfach, dass es sich am 18. Mai erst um eine Grundsatzabstimmung über pro und contra Rheinuferweg geht. «Bei einem Nein ist das Thema erledigt. Bei einem Ja kommt es zu einem Projektwettbewerb, aus dem eine Jury ein Siegerprojekt erkoren wird.» Über diesen Ratschlag und die Kosten - Goepfert schätzt sie auf mehr als drei Millionen Franken - besteht wiederum die Möglichkeit für ein Referendum.

Somit geht es bei der jetzigen Abstimmung nicht um ein konkretes Projekt. «Wir wollen eigentlich einen durchgehenden Steg. Es gibt natürlich aber auch mehrere Varianten und Möglichkeiten», so Goepfert. «Wir durchschneiden nicht das historische Münster-Ensemble, wir schmiegen uns darunter an.» So sei auch noch nicht klar, ob der Steg unterhalb der Pfalz beim Weg auf Rheinniveau oder leicht oberhalb beim bereits bestehenden Weg durchführen würde.

Eines ist aber klar: Der Rheinuferweg soll kein Aufenthalts- und Partyort werden, sondern ein Durchgang, der den Rundgang um den Rhein komplettiert. Goepfert rechnet tendenziell mit einer Vollendung 2016. «2015 ist eher unwahrscheinlich, da wir damit rechnen, dass der Heimatschutz vor Gericht geht.»