Es ist eine ewige Geschichte und sie ist trotz der Überwindung vieler Schwierigkeiten immer noch nicht ganz abgeschlossen. Die Rheinuferpromenade, die Basel St. Johann und Huningue mit der Dreiländerbrücke für Fussgänger und Velofahrer miteinander verbindet, sollte ursprünglich 2012 fertig sein.

Regelmässig wurde das Datum nach hinten verschoben. Auf einer Vernissage zum französischen Teil der Promenade kündigten Jean-Marc Deichtmann, Maire von Huningue, wie auch die Medienmitteilung der IBA Basel 2020, nun die Eröffnung der grenzübergreifenden Flanier- und Velostrecke für das Frühjahr 2016 an.

André Frauchiger, Sprecher des Basler Tiefbauamts, bestätigt den Termin. «Dies bedeutet, das dann die Fertigstellungsarbeiten am neuen Elsässerrheinweg – so wird der Weg heissen – abgeschlossen sein werden.» Der Eröffnungstermin sei mit allen Beteiligten vorgesehen. Ob dies dann auf der ganzen Länge möglich sei, hänge aber von einer Analyse in Bezug auf die derzeitige Lindan-Sanierung durch Novartis ab.

Ähnliche Probleme gab es schon einmal. Lange Jahre wurde das Projekt durch die französischen Behörden blockiert. Sie wollten keinen Veloweg neben BASF genehmigen – einem Risikobetrieb in der Industriezone von Huningue, der den Richtlinien von Seveso unterliegt. Grünes Licht gab es erst, als BASF sich bereit erklärte, die Risiken zu reduzieren. Ausserdem trennt nun eine Brandmauer das Fabrikgelände von der Promenade.

Grosses Sanierungsprojekt

Neben BASF, in Richtung Schweizer Grenze und direkt neben der Promenade, hat Novartis die Federführung bei einem grossen Sanierungsprojekt übernommen – 55 000 Kubikmeter sind bis zu einer Tiefe von 14 Metern mit Nebenprodukten der Lindanproduktion verunreinigt. Im September 2013 mussten die Arbeiten wegen Geruchs- und Staubemissionen unterbrochen werden. Nach einer Testphase mit einer neuen Firma wurden sie im Juni 2015 wieder aufgenommen. Novartis geht derzeit davon aus, dass die Arbeiten im Laufe 2017 abgeschlossen sein werden.

Was heisst das für die Uferpromenade? Novartis-Mediensprecher Patrick Barth teilt mit: «Derzeit prüfen die Behörden aus Frankreich und der Schweiz gemeinsam mit den an der Sanierung beteiligten Unternehmen, ob der künftige Fuss- und Veloweg zwischen Hüningen und Basel bereits vor dem Abschluss der Sanierungsarbeiten 2017 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.» Im Fokus stünden dabei die Baustellensicherheit, mögliche Geruchsbelästigungen und der Ausbaustand des Radwegs. «Die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen sowie der Schutz der Umwelt und der Anlagen haben dabei oberste Priorität. Das Ergebnis der Analyse wird Anfang des kommenden Jahres erwartet und Grundlage des Entscheids zum Eröffnungstermin sein.»

Ähnlich äussert sich André Frauchiger. Ganz sicher ist der Eröffnungstermin also nicht. Zumindest gehen die Bauarbeiten auf der Basler Seite gut voran. Zur Zeit werden die Pflanzungen vorgenommen. Es fehlt noch die Möblierung. Der Deckbelag soll je nach Witterung in diesem Jahr oder im Frühling 2016 eingebracht werden. Um das Restaurant Rheinpark herum führt ein Steg und ermöglicht den Zugang zum Uferweg.

Zugang zum Novartis-Restaurant

Das Foto (oben) vermittelt einen Eindruck, weshalb auf 550 Metern bis zur Grenze 28 Millionen Franken verbaut werden. So müssen die gestaffelten Trockensteinmauern aus Sandsteinblöcken Höhenunterschiede von bis zu elf Metern überwinden. Die stellenweise 10 bis 30 Meter breite Promenade ist hochwassersicher – Bänke und Bäume locken zum Verweilen. Unterhalb befindet sich ein Meter über dem Rhein-Mittelwasser der Bermenweg. Für Rheinschwimmer sind vier Ausstiege und Duschen vorgesehen. Von der Promenade aus ist der Zugang ins Restaurant im neuen Novartis-Hochhaus möglich.