Rheinschifffahrt

«Rhystärn» sei Dank: Basel hat jetzt eine öffentliche Luxusjacht

Mit dem neuen Flaggschiff der BPG hat das Rheinknie eine prächtige Jacht erhalten. Nur: Sie ersetzt zwei sehr alte Schiffe. Jetzt muss das «Basler Dybli» vor dem Ende gerettet werden.

Der Stolz ist gross bei den Chefs der Basler Personenschifffahrtsgesellschaft (BPG), seit der «Rhystärn» angekommen ist. Das neue Flaggschiff ist auch ein Prachtstück: Mit einer Länge von 69,9 Metern und einer Breite von 11,4 Metern ist es auch vom Volumen her der Star der Flotte. Und da Saalgrössen mit einem Fassungsvermögen von 300 bis 350 Personen in Basel selbst an Land eine Rarität sind, gilt der «Rhystärn» gerade für grosse Gesellschaften als neue Option für Empfänge, Feste und weitere Events.

Die erste Fahrt mit dem neuen Basler Flaggschiff «Rhystärn»

Die erste Fahrt an Bord des neuen Basler Flaggschiffs «Rhystärn»

Genau das soll auch das Geschäft anheizen: BPG-Geschäftsführer Peter Stalder rechnet damit, dass die Charter-Fahrten dieses Schiffs gut gebucht werden dürften. Denn von den jährlichen rund 200 Schiffsvermietungen, die durch die BPG getätigt werden, zählen über 20 Prozent mehr als 200 Personen. Das überstieg bislang die Kapazität der «Christoph Merian», die ohnehin nur über einen doppelgeschossigen Festsaal verfügt.

Der kleine Luxus für jedermann

Aber nicht nur auf die Charter-Fahrten soll das neue Flaggschiff eine positive wirtschaftliche Wirkung entfalten. Auch die Kursfahrten dürften von der Schiffsarchitektur und Inneneinrichtung profitieren. Nicht nur ist der «Rhystärn» das mit Abstand jüngste Modell, man darf es auch als Jacht für jedermann ansehen.

Insbesondere die durchgehende Sonnenterrasse auf dem Oberdeck besticht durch Panoramasicht, Bewegungsfreiheit und Sonnenlicht. Die gesamte Infrastruktur ist auf dem neusten Stand der Technik, selbst die Sanitäranlagen beeindrucken durch Komfort. Innenarchitektonisch durfte sich Jan-Peter Keller austoben, der auch bei der Gestaltung diverser Anlagen im Europapark massgeblich beteiligt gewesen war.

Ein Juwel der Regierung

Für den Bau des Schiffs, das letztlich in der österreichischen Werft Öswag in Linz gebaut worden war, sprach der Grosse Rat Basel einen Investitionsbeitrag von neun Millionen Franken. Eventuell dürfte der Bau etwas günstiger kommen, da die Bauzeit nicht ganz eingehalten werden konnte.

An der Medienkonferenz von Montagmorgen bezeichnete Verwaltungsratspräsident Daniel Thiriet die BPG bereits als «Juwel» im Basler Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, dem der staatsnahe Betrieb angegliedert ist. Mit dem «Rhystärn» kommt ein weiteres Juwel hinzu.

Rettet das «Basler Dybli»

Für die alten Schiffe heisst das allerdings wenig Gutes. Der rund 40-jährige «Lällekönig», das älteste Modell, wird noch dieses Jahr ausgemustert und verkauft. Etwas mehr Lokalglück soll das «Basler Dybli» haben: Nachdem die BPG bereits die Absicht geäussert hatte, das beliebte Schiff einer privaten Initiative zu übergeben, reifte der Entscheid mittlerweile.

So bestätigte Thiriet, dass das «Basler Dybli», ähnlich wie das Antik-Drämmli «Dante Schuggi», privaten Schiffsliebhabern zugänglich gemacht werden soll, damit die BPG das Schiff für Gelegenheitsfahrten zurückbuchen könne.

Denn das Problem, so Geschäftsführer Stalder, sei eben, dass sich ein altes Modell im Unterhalt betriebswirtschaftlich nicht mehr rechne. Statt also das Schiff mit dem emotionalen Rückhalt wegzugeben oder sogar zu verschrotten, soll es erhalten bleiben. Ein Entscheid sei allerdings noch nicht gefallen, so Thiriet, die Absicht aber bestehe.

In der Zwischenzeit verkehren die Schiffe aber noch einen kurzen Moment weiter. Denn die breite Öffentlichkeit wird den «Rhystärn» voraussichtlich erst ab August auf Kursfahrten benutzen dürfen; die Jungfernfahrt wurde zusammen mit den Schweizer Rheinsalinen durchgeführt, einem Partner der BPG. Dafür gibt es am 16. Juni bei der Schifflände einen Tag der offenen Tür auf der öffentlichen Luxusjacht, die den Basler Rhein schmückt.

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