«Endlich geht es los.» Dieser Satz war beim Spatenstich am Mittwoch gleich mehrfach zu hören. Nach jahrelangem Hin und Her und dem schlussendlich klaren Volksentscheid für den neuen Dorfkern sind Anfang Woche die Bagger aufgefahren. In einem halben Jahr wird Riehens Zentrum eine neue Gestalt angenommen haben, die zu mehr Aufenthaltsqualität führen soll.

Seinen ursprünglichen Charakter werde der Dorfkern aber nicht verlieren, betont Architekt Christian Stauffenegger, der mit seinem Partner bereits den Berner Bundesplatz entwarf. Durch einen einheitlichen Pflastersteinbelag soll das Herzstück aus Schmiedgasse, Wettsteinstrasse und Gemeindehausplatz optisch aufgewertet werden. «Durch die Veränderungen wird das Zentrum entschleunigt und fussgängerfreundlicher», beschreibt Stauffenegger sein Konzept.

Zum optischen Mittelpunkt werden die drei Linden auf dem Gemeindehausplatz, die von einer Treppenstruktur zum Sitzen eingefasst werden. Die kleineren Bäume im Webergässchen und in der Wettsteinstrasse werden von ovalen, beleuchteten Einfassungen umgeben.

Schwierige Phase für Geschäfte

Profitieren vom neuen Dorfkern sollen allen voran die Geschäfte. «Wir erhoffen uns schon, dass der Dorfkern belebter wird, und er mehr Leute anzieht», sagte Jürg Blattner, Co-Präsident der Vereinigung Riehener Dorfgeschäfte beim Spatenstich. Eine Garantie dafür sei der neue Dorfkern aber nicht. Gar nichts zu machen, sei aber ebenso wenig eine Option gewesen.

Die halbjährige Bauphase wird für die Geschäfte zur grossen Herausforderung: «Mit verschiedenen Aktionen versuchen wir, trotz der Baustelle die Kunden in unsere Geschäfte zu locken», kündigt Blattner an. Das Gewerbe wurde von Beginn weg in die Planungen mit einbezogen. «Wir wollen eine möglichst geringe Belastung für das Gewerbe», bestätigte Gemeindepräsident Hansjörg Wilde (parteilos). Damit die Bauphase möglichst effizient über die Bühne geht, wird gleich an drei Stellen damit begonnen.

Für die Umgestaltung des neuen Riehener Dorfkerns ist Tiefbau-Vorsteher Guido Vogel (SP) zuständig. Er betonte nochmals, dass es durch den neuen Dorfkern nicht weniger Parkplätze geben werde. «Auch das Verkehrsregime in seiner Art bleibt gleich.» Somit widersprach er der SVP, die im Abstimmungskampf mit diesen Argumenten vergeblich zu punkten versucht hatte. Während der Bauphase bleiben alle Läden und Häuser rund um den Dorfkern begehbar.