Riehen
Petition fordert zweite Lärm-Sanierung des Grenzacherwegs

Der Flüsterbelag von 2007 habe längst seine Wirkung verloren, sagt der Urheber der Petition, alt Grossrat Erwin Ott. Er bezweifelt die bisherigen Lärmberechnungen.

Benjamin Wieland
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Auf Konfrontationskurs mit den Behörden: Erwin Ott zeigt auf eine Induktionsschleife, die in die Fahrbahn des Grenzacherwegs eingebaut, jedoch nicht in Betrieb ist.

Auf Konfrontationskurs mit den Behörden: Erwin Ott zeigt auf eine Induktionsschleife, die in die Fahrbahn des Grenzacherwegs eingebaut, jedoch nicht in Betrieb ist.

Archivbild: Nicole Nars-Zimmer

Erwin Ott kämpft seit Jahren auf juristischem Weg für eine erneute Lärmsanierung des Grenzacherwegs in Riehen. Nun wird der Anwohner beim Einwohnerrat vorstellig. Er hat eine «Petition für eine korrekte Lärmsanierung des Grenzacherwegs» eingereicht. Laut Ott wurde das Begehren von 128 Personen unterschrieben; 98 seien, wie er, Bewohner des Grenzacherwegs.

Mit der Petition verfolgt der alt Grossrat drei Ziele: Der Einwohnerrat soll den Gemeinderat dazu beauftragen, den 2007 eingebauten Flüsterbelag zu ersetzen, sodann alle zwei Jahre Verkehrszählungen durchzuführen und – falls Überschreitungen festgestellt werden – weitere Massnahmen zu treffen.

Laut der Lärmschutz-Verordnung des Bundes hätten per 31. März 2018 sämtliche Strassen in der Schweiz lärmsaniert werden müssen. Der Grenzacherweg wurde jedoch per 1. April 2018 in eine «nicht-sanierungsbedürftige Strasse» umklassiert. Der berechnete Lärm sei unter den massgeblichen Schwellenwert von 60 Dezibel gefallen, liess das Amt für Umwelt und Energie (AUE) Basel-Stadt auf Anfrage der bz verlauten.

Die Verkehrszählungen seien wertlos, sagt Ott

Ott zweifelt jedoch Qualität der Verkehrszählungen, auf denen die Lärmberechnungen fussen, an. So sei einmal während der Fasnachtswoche der Verkehr erhoben worden, was nicht repräsentativ sei. Ebenso gebe es zwar eine Induktionsschlaufe, welche Fahrzeuge erfassen könnte, sie sei jedoch nicht in Betrieb. Ott zitiert in der Petition ein Schreiben des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) vom März 2021, in dem es heisst, am Grenzacherweg sei «bis heute formell noch keine ordentliche Sanierung… durchgeführt» worden.

Die Petition wird nun von der Kommission für Volksanregungen und Petitionen behandelt. Innerhalb von sechs Monaten erstattet sie dem Einwohnerrat Bericht und stellt Antrag. Falls das Orts-Parlament für das Begehren nicht zuständig ist, wird Überweisung an den Gemeinderat beantragt.