Riehen
Saatkrähen nerven Spielplatzbesucher – nun soll der Gemeinderat handeln

Die Bäume beim Spielplatz «Hinter der Mühle» in Riehen locken Saatkrähen an. Der Gemeinderat will nun Massnahmen gegen die Plage prüfen.

Tobias Gfeller
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Die Bäume beim Spielplatz locken Saatkrähen an – die Benutzer stört das (Symbolbild).

Die Bäume beim Spielplatz locken Saatkrähen an – die Benutzer stört das (Symbolbild).

Sandra Ardizzone

«Spielplätze gehören den Kindern und nicht den Saatkrähen», lautete der Titel einer Petition, die im vergangenen Mai eingereicht wurde und von 236 Personen unterzeichnet worden war. Der beste Spielplatz nütze nichts, wenn er nicht benutzt werden kann, wie dies beim Spielplatz «Hinter der Mühle» zurzeit grösstenteils leider der Fall ist, klagten die Petitionäre.

«Anstatt das fröhliche Lachen der Kinder hört man dort nur noch das durchdringende Kreischen der Saatkrähen, welche sich auf den dortigen Bäumen in grosser Zahl niedergelassen haben, um ihre Nester zu bauen.» Eine Folge davon seien mit Vogelkot verschmutzte Spielgeräte und Bodenplatten. Das sei unappetitlich und hygienisch bedenklich, der Spielplatz während Monaten nicht benutzbar, mahnten die Petitionäre. «Es kann nicht sein, dass das Wohl dieser Vögel höher gewichtet wird, als das Wohl der Kinder und der Menschen, welche diesen Spielplatz benutzen möchten.» Die 236 Unterzeichneten forderten den Gemeinderat auf, sofort Massnahmen gegen die Krähenplage zu unternehmen.

Sonnensegel zwischen Bäumen und Spielplatz?

Bei der Kommission für Volksanregungen und Petitionen stiessen die Petitionäre auf offene Ohren. Denn das Krähenproblem besteht in Riehen an verschiedenen Stellen seit Jahren. Das Entfernen der Nester ohne Eier bis jeweils im März brachte Erfolg, wurde aber 2020 vom Kanton Basel-Stadt aus gesetzlichen Gründen nicht mehr bewilligt. Seitdem hätte die Anzahl Nester wieder zugenommen, schreibt die Kommission in ihrem Bericht. Die Verwaltung versprach den Petitionären in der Anhörung die Prüfung von Massnahmen wie die Installation eines Sonnensegels zwischen den Bäumen und dem Spielplatz. Auch werde man im kommenden Jahr nochmals beim Kanton ein Gesuch für die Entfernung der Nester einzureichen. Eine Mehrheit des Einwohnerrats stimmte dem Antrag der Kommission zu, dem Gemeinderat zusätzlich einen Vorstoss zu überweisen, damit dieser verbindlich weitere Massnahmen prüfen muss. Der Gemeinderat war zur Annahme des Vorstosses bereit.

Minimallösung für die Rössligasse

2018 und 2021 lehnte die Riehener Stimmbevölkerung die Sanierung inklusive Aufwertung und Umgestaltung der Rössligasse im Dorfkern ab. Beide Male ergriff die SVP das Referendum gegen den Einwohnerratsbeschluss. Die Variante 2018 hätte 3,8 Millionen Franken gekostet, jene aus diesem Jahr 2,3 Millionen. Die Rössligasse sei primär eine Zulieferstrasse und keine Flaniermeile, kritisierte die SVP mehrfach. Das sah auch die Stimmbevölkerung so.

Nun lenkte der Einwohnerrat ein und verabschiedete einstimmig eine Sanierung ohne Aufwertung und Umgestaltung für 1,9 Millionen. Als minimale Anpassungen werden der Behindertenparkplatz verschoben und eine gedeckte Bushaltestelle erstellt. SVP-Sprecher Peter Mark machte in seinem Votum eine klare Ansage: «Die Bevölkerung will nicht, dass immer mit Luxus gebaut wird. Man soll sinnvoll und gut bauen, aber nicht mit Luxus. Das muss die Verwaltung endlich begreifen.»

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