Müssen die Basler Hunde schon bald öfters an die Leine als bisher? Diese Frage wirft die Gemeinde Riehen auf. Die Landgemeinde ist beim Justiz- und Sicherheitsdepartement vorstellig geworden und regte dort an, man solle die Leinenpflicht kantonsweit regeln. Bis anhin gibt es eine abschliessende Liste der Orte, an denen Hunde in Basel verboten sind oder an die Leine müssen – und zwar im Reglement betreffend das Halten von Hunden.

Nun aber ist der Kanton Basel-Stadt daran, ein Jagdgesetz auszuarbeiten. Ein solches hat Basel bis heute noch nicht – ein Unikum in der Schweiz, in der ansonsten eigentlich jeder Kanton die Jagd auf seinem Gebiet mit einem eigenen Gesetz regelt.

Und in diesem steht dann usanzgemäss auch, wann und wo Hunde an die Leine genommen werden müssen. Im Kanton Baselland beispielsweise gilt die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit der Wildtiere. Weitergehende Regelungen können dann immer noch die einzelnen Gemeinden treffen. Basel aber regelt seine Jagd bisher einzig über eine kurze Verordnung zum eidgenössischen Jagdgesetz.

In Stadt bisher kaum ein Thema

Nun aber wollen die beiden Basel aus dem Amt für Wald beider Basel ein Amt für Wald und Wild beider Basel machen. Und dazu fehlen die gesetzlichen Grundlagen. Das bedingt im Baselbiet eine Revision des bestehenden Jagdgesetzes. Im Stadtkanton hingegen hat die Jagd bisher politisch nur dann eine Rolle gespielt, als einige links-grüne Grossrätinnen sie 2013 komplett verbieten wollten. Die Motion der ehemaligen Basta-Grossrätin Brigitta Gerber scheiterte, die Jagd blieb erlaubt, und nun braucht es ein Gesetz dazu.

In Riehen zuständig ist die Sachkommission Siedlung und Landschaft. Deren Präsident Christian Heim (SVP) würde vom Gemeinderat gerne wissen, was dieser denn nun vorhabe: «Ich würde gerne nach den Sommerferien in Riehen eine Interpellation einreichen, ob man verschärfte Regeln will.» Selbst wäre Heim, ein ehemaliger Hundehalter, gegen eine generelle Leinenpflicht.

In der Tat seien die Langen Erlen wohl übernutzt, auch von Hundehaltern aus der Stadt und dem ganzen Umland. Dennoch sei ein genereller Zwang, den Hund anzuleinen, nicht sinnvoll. Ins gleiche Horn stösst auch die Basler SP-Grossrätin Tanja Soland. Sie, die im Wahlkampf mit einem Vorstoss für städtische Hundeparks Furore machte – und für einige Schnitzelbänke sorgte – sagt: «Ich bin gegen Pauschalverbote.» Es brauche auch für Hunde Raum, in dem diese sich frei bewegen könnten.

Noch ist alles offen

Ob das Riehener Vorpreschen Niederschlag finden wird im neuen kantonalen Jagdgesetz, ist derzeit völlig offen. Holger Stockhaus, Jagd- und Fischereiverwalter, sagt: «Wie das neue Gesetz im Detail aussehen wird, das wird sich im Prozess nun zeigen.» Dass die Leinenpflicht im Wald darin ein Thema sein wird, sei durchaus vorstellbar.

Schon alleine deshalb, um beide Gesetze, das revidierte in Baselland und das neue in Basel-Stadt, möglichst ähnlich zu gestalten. «Wir werden sicher diskutieren, ob das hier geregelt werden soll und wenn ja, wie. Aber völlig ergebnisoffen.» Vorerst dürfen die Hunde also weiter der Wiese entlang toben. Bis das neue Gesetz auch nur als Ratschlag vorliegt, dürfte es noch einige Zeit dauern.