Neues Dorfzentrum
Riehen wird ein neues, aber gleichzeitig auch vertrautes Gesicht erhalten

Die Stimmbürger von Riehen sagten am Sonntag Ja zur Neugestaltung des Dorfzentrums. Das Gestaltungsbüro des Baslers Christian Stauffenegger darf also frühestens 2015 mit den Baggern auffahren und die Umgestaltung vornehmen.

Fabian Schwarzenbach
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Einiges soll sich ändern: Der Blick ins künftige Zentrum Riehens. Visualisierung ZVG

Einiges soll sich ändern: Der Blick ins künftige Zentrum Riehens. Visualisierung ZVG

Daniel Albietz (CVP) war die Erleichterung im Gesicht geschrieben. Der für die Siedlungsentwicklung zuständige Gemeinderat hat eine emotionale Zitterpartie hinter sich, wie er gestern selber gestand: «Es gab grosse Unsicherheiten in der Bevölkerung.» Diese seien durch Informationen, die nicht der Wahrheit entsprachen, verursacht worden, fügte er an.

Die Riehener Stimmberechtigten glaubten dem Gemeinderat mehr als der Gegnerschaft, die fast ausschliesslich aus der SVP bestand. 4137 sagten Ja, 3147 legten ein Nein in die Urne. Damit können die 3,3 Millionen Franken für den Investitionskredit fliessen und das Dorfzentrum kann umgestaltet werden.

Das Gestaltungsbüro des Baslers Christian Stauffenegger, das bereits für die Umgestaltung des Berner Bundesplatzes verantwortlich zeichnete, wird seinen Plan umsetzen dürfen. Stauffenegger will dabei bewusst die Bäume stehen lassen, weil sie bis zu 1000 Jahre alt werden können und Identität stiften. Weniger die Bäume, sondern vor allem wegfallende Parkplätze und den Zäslinbrunnen machte die SVP in ihrer Referendumskampagne zum Thema. Behauptet wurde, dass oberirdische Parkplätze aufgehoben würden.

Brunnen muss verlegt werden

Das stimmte so nicht. Albietz versicherte nochmals, dass kein einziger Parkplatz aufgehoben werde. Der Brunnen werde hingegen verlegt. Wohin ist noch nicht ganz klar. Aller Voraussicht wird er auf der anderen Seite des Gemeindehauses in Richtung des Spielplatzes einen neuen Standort finden. Dort stand er übrigens schon einmal. «Ein neues Gesicht, das vertraut ist», nennt Albietz die Umgestaltung.

Er erklärte nochmals, dass er vor allem ältere Leute verstehe, die nicht wollten, dass sich viel ändere. Gerade ihnen musste er oft erklären, dass die Gegner nicht korrekt informierten. «Bestehendes wertschätzen und Neues weiterentwickeln», fasste er zusammen.

Eduard Rutschmann (SVP) stand als einer der Verlierer gelassen da. Er akzeptiere die Abstimmung zu 100 Prozent und sei froh um den Entscheid. «Dass wir Unwahrheiten verbreiten würden, heisst es bei jeder Abstimmung», erklärte er schulterzuckend. Er hoffe auf die neuen bürgerlichen Kräfte im Gemeinderat und gehe davon aus, dass zukünftige Abstimmungen deutlich gewonnen würden.

Der Regierungsratskandidat der SVP sah auch etwas Positives: «Der Gemeinderat hat versprochen, dass keine oberirdischen Parkplätze abgebaut werden.» An dieses Versprechen werde die SVP die Exekutive erinnern. Das wird bereits beim nächsten Schritt geschehen, beim Projekt des unterirdischen Parkhauses.

Hohe Stimmbeteiligung

Gemeinderat Albietz hingegen bedauert, dass die SVP nicht in der Begleitgruppe des Projektes mitgemacht habe. Dankbar war er für das positive Votum der Geschäfte im Dorfzentrum. Der abtretende Gemeindepräsident Willi Fischer (EVP) überreichte Albietz als kleines Dankeschön einen frischen «Schoggitaler» des Schweizerischen Heimatschutzes. Der Talerverkauf steht in diesem Jahr passend zur Abstimmung unter dem Thema «Dorfplätze».

Erfreut waren die Politiker auch über die mit 54,5 Prozent sehr hohe Stimmbeteiligung. Der künftige Gemeindepräsident Hansjörg Wilde (parteilos) meinte: «Ich freue mich auch für die Verwaltung und die Projektleitung.» Er versprach, dass der Gemeinderat die Argumente der Gegner aufnehmen und die Abstimmung so gut wie möglich umsetzen werde. Die Bagger werden frühestens 2015 auffahren.