Gemeinderat
Riehener Alterssiedlung produziert ihren eigenen Strom

Der Gemeinderat Riehen verhandelte an seiner Sitzung ein Pilotprojekt mit Solaranlagen in der Alterssiedlung Drei Brunnen, die Erneuerung des Rüchligweges und die Integration von acht Flüchtlingskindern in der Gemeinde.

Tobias Gfeller
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Gemäss Prognosen soll die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Alterssiedlung in den ersten Jahren einen Ertrag von rund 166 000 Kilowattstunden. Dies entspreche dem Verbrauch von 30 bis 40 Haushalten und liegt knapp über dem Verbrauch der Alterssiedlung. (Symbolbild)

Gemäss Prognosen soll die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Alterssiedlung in den ersten Jahren einen Ertrag von rund 166 000 Kilowattstunden. Dies entspreche dem Verbrauch von 30 bis 40 Haushalten und liegt knapp über dem Verbrauch der Alterssiedlung. (Symbolbild)

Keystone

Die Alterssiedlung Drei Brunnen an der Oberdorfstrasse produziert künftig den Grossteil ihres verbrauchten Stroms über eine ins eigene Dach integrierte Photovoltaikanlage. Für deren Installation sowie die Sanierung des asbesthaltigen Eternitdachs und der Fassade genehmigte der Riehener Einwohnerrat einstimmig knapp 1,57 Millionen Franken.

Herzstück der Stromproduktion sind zwei Batteriespeicher (Akkus) aus Elektrofahrzeugen, deren Leistungen für ihre herkömmliche Verwendung nicht mehr genügen. Damit soll ein Grossteil der eigenproduzierten Energie nicht ins Stromnetz eingespeist, sondern vor Ort gespeichert und auch von der Alterssiedlung selber verwendet werden.

Die Liegenschaft der Alterssiedlung Drei Brunnen weise mit ihren grossen nach Ost und West gerichteten Dachflächen für die Stromproduktion mittels Photovoltaikanlage ein «erhebliches Potenzial» auf, erklärte Gemeinderat Guido Vogel (SP). Gemäss Prognosen produziert die Photovoltaikanlage in den ersten Jahren einen Ertrag von rund 166 000 Kilowattstunden. Dies entspreche dem Verbrauch von 30 bis 40 Haushalten und liegt knapp über dem Verbrauch der Alterssiedlung.

Leichtes Plus im Jahresabschluss

Die Gemeinde Riehen hat ihren Jahresabschluss präsentiert und dieser liegt rund vier Millionen über dem budgetierten leichten Minus. Am Ende des Jahres 2015 resultierte bei Nettokosten von 106 Millionen Franken ein Plus von 1,6 Millionen. Das liegt vor allem an gestiegenen Steuereinnahmen aus der Vermögenssteuer, der Grundstücksgewinnsteuer und der Einkommenssteuer.

Die Rechnung sei geprägt von überdurchschnittlich hohen Investitionen in Höhe von rund 10,6 Millionen Franken, schreibt der Gemeinderat. Insbesondere der Politikbereich Bildung und Familie zeige im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Kostenwachstum von rund vier Millionen Franken. Dies führt der Gemeinderat auf die Verlängerung der Primarschule zurück.

Auch im Sozialbereich sind die Kosten gestiegen, um knapp eine Million. Der Bereich umfasst sowohl Pflege wie auch Sozialhilfe. Den grössten Brocken zu den gewachsenen Ausgaben liefert aber wie erwartet die Umstellung der Pensionskasse mit der bereits 2014 beschlossenen Einlage aus den Gemeindefinanzen in der Höhe von 11 Millionen Franken. (dre)

Gemeinderat Vogel sprach von einem Pilotprojekt, für das sich die Alterssiedlung sehr gut eigne. Dank der Batteriespeicherung kann die Alterssiedlung selber 47 statt 37 Prozent des von der eigenen Anlage produzierten Stroms verwenden. Genau analysieren wird dies die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), die im Auftrag des Bundesamts für Umwelt ein Forschungsprojekt zum Thema Fahrzeugakkus im Gebäudebereich durchführt.

Rüchligweg im zweiten Anlauf

An seiner letzten Sitzung wies der Einwohnerrat die Erneuerung des Rüchligwegs auf dem Abschnitt zwischen Rauracherstrasse und Bluttrainweg an den Gemeinderat zurück. Ausschlaggebend für die Kritik an der Kreditvorlage über knapp 700'000 Franken war ein geplanter Baum an der Ecke Rauracherstrasse/Rüchligweg. Dieser wurde als Sicherheitsrisiko und Schikane angesehen. Der Gemeinderat reagierte auf die Kritik und fällte den Baum aus der Vorlage heraus und verhalf dieser so zur Annahme.

Trotzdem gab es Kritik von Seiten FDP und LDP. Sie störten sich ab der Gestaltung der beiden Einfahrten in den Rüchligwegs von der Rauracherstrasse und vom Bluttrainweg, die aufgrund des Platzmangels zu komplizierten Situationen mit dem Schwerverkehr des Gewerbegebiets führen würden. Doch FDP und LDP blieben mit ihrer Ablehnung alleine. Die Erneuerung des Rüchligwegs wurde im zweiten Anlauf mit 24 zu zehn Stimmen angenommen.

Integration für Flüchtlingskinder

Auf Anfrage von Claudia Schultheiss (LDP) informierte Gemeinderätin Silvia Schweizer (FDP) über die Situation der acht Flüchtlingskinder, die in Riehen in die Primarschule und in den Kindergarten gehen. Der besondere Bedarf der Kinder sei individuell. «Die einen Kinder gewöhnen sich sehr schnell an die hiesige Schulkultur und lernen rascher, andere haben mehr Mühe.» Alle in Riehen und Bettingen wohnhaften schulpflichtigen Flüchtlingskinder erhalten eine integrative Schulung. Würde sich die Zahl der Flüchtlingskinder in Riehen stark erhöhen, müsste man über einen Anfangsunterricht in speziellen Gruppen nachdenken, so Schweizer.