Detailhandel

Riehener Geschäfte wollen vom neuen Dorfkern profitieren

Die Co-Präsidenten der Vereinigung Riehener Dorfgeschäfte (VRD) Jürg Blattner und Andreas Cenci erhoffen sich vom neuen Dorfkern einen Schub für das Gewerbe. Ein Teil der Kunden blieb während des Umbaus aus, nun will man neue an Bord holen.

Kommenden Samstag feiert Riehen mit einem grossen Fest die Fertigstellung des neuen Dorfkerns. Was bedeutet dieser Tag für Sie beide als Geschäftsinhaber?

Andreas Cenci: Für uns ist dies ein ganz wichtiger Tag. Die Geschäfte im Dorfkern durchlebten während der knapp achtmonatigen Bauphase eine schwierige Zeit. Die Erreichbarkeit der Geschäfte war durch die Grossbaustelle teils stark eingeschränkt. Die Kunden mussten sich fast jeden Tag einen neuen Durchgang suchen. Dies wollten nicht alle mitmachen. Der Umsatzrückgang in meinem Sportgeschäft betrug während der Bauphase rund 30 Prozent. Es war eine happige Zeit. Denjenigen, die uns trotzdem die Treue hielten, sind wir sehr dankbar.

Jürg Blattner: In meiner Papeterie Wetzel spürten wir einen ähnlichen Rückgang. Hilfreich während der Bauphase war die Unterstützung der Gemeinde und der Bauarbeiter vor Ort, die viel Verständnis für unsere Anliegen aufbrachten. Wenn man den neuen Dorfkern betrachtet, kann man mit Fug und Recht sagen: Es hat sich gelohnt. Das neue Erscheinungsbild wirkt einheitlicher und einladender und lädt zum Verweilen ein. Der Dorfkern wirkt jetzt mehr als Platz und die Geschäfte kommen besser zur Geltung.

Welche Impulse erhoffen Sie sich vom neuen Dorfkern?

Blattner: Wir erwarten schon, dass sich etwas bewegt und die Bevölkerung wieder vermehrt ins Dorfzentrum kommt. Und dies nicht nur, um schnell die täglichen Einkäufe zu erledigen. Uns ist bewusst, dass wir Geduld brauchen, bis sich Verbesserungen einstellen.

Cenci: Ein neuer, schöner Dorfkern alleine wird aber nicht für mehr Umsatz sorgen. Dafür braucht es mehr. Mit dem neuen Dorfkern ist ein Schritt getan. Es braucht vor allem das Engagement eines jeden einzelnen Gewerblers, aber auch die Solidarität der Bevölkerung mit den lokalen Geschäften. Die Unterstützung des neuen Gemeinderats spüren wir.

Was muss passieren, damit der Dorfkern Riehen nicht nur optisch aufgewertet wird?

Cenci: Wir planen für nächstes Jahr zusammen mit der Gemeinde regelmässige Anlässe im neuen Dorfkern. Zu Beginn des Wintermarkts am 4. Dezember kommen zum Beispiel geschmückte Harleys. Und am Tag darauf, am 5. Dezember, findet der Wintermarkt statt. Geplant ist, dass es jeden Monat einen Anlass gibt. Wir haben nun den neuen Dorfkern, auf welchem wir Platz und das nötige Ambiente haben, um der Bevölkerung schöne Erlebnisse bieten zu können.

Aber damit holt man nicht die täglichen Kunden, die das Riehener Gewerbe so dringend braucht.

Blattner: Das ist mir bewusst. Wir brauchen täglichen Konsum. Dafür brauchen wir erfolgreiche Grossverteiler, die möglichst viele Leute anziehen, von denen auch wir profitieren können. Wir befinden uns in Grenznähe und durch den starken Franken in einem schwierigen Umfeld. Mit Einfallsreichtum und Engagement werden wir die Kunden zurück nach Riehen holen. Wir haben hier ein breites Angebot im Dorf. Das werden wir den Menschen wieder vermehrt zeigen.

Welche Rolle könnte die Fondation Beyeler spielen?

Blattner: Eine ganz wichtige. Wir verfolgen seit längerem das Ziel, die tausenden Besucher vermehrt ins Zentrum zu holen. Dies könnte zum Beispiel mit einem jeweiligen Ausstellungsobjekt im Dorf geschehen. Die Fondation muss noch stärker mit Riehen in Verbindung gebracht werden. Wir müssen den Menschen andererseits aber auch klarmachen, dass Riehen mehr als «nur» die Fondation zu bieten hat.

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