Fussball
Riehener Politiker geben «Finalissima»-Tickets weiter

Das morgige Meisterschaftsspiel des FC Basel wirft in Riehen hohe politische Wellen. Der Einwohnerrat gibt der Politik gegenüber dem Fussball den Vorzug. Wer ein Ticket für den Match hat, muss es wohl oder über weitergeben.

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Basler Jubel

Basler Jubel

Keystone

So etwa auch Einwohnerratspräsidentin Salome Hofer (SP). Sie hatte den Antrag des Statthalters Heinrich Ueberwasser, die Sitzung zu verschieben, abgelehnt. Hofer hat das Matchticket ihrem Vater geschenkt. Und auch Ueberwasser wird wie angekündigt die Sitzung nicht schwänzen. Es sei nicht schwer gewesen, einen Abnehmer zu finden. Das Ticket abgegeben, sei ihm aber nicht leicht gefallen.

Dass die Sitzung überhaupt stattfindet, hat in erster Linie mit Unachtsamkeit zu tun. «Es wurmt mich vor allem, dass ich selbst den Spielplan nicht früher überprüft habe.»

Allgemeines Kopfschütteln

Ueberwasser hat sich bei Riehener Politikern mit seinem Verschiebungsantrag aber keine Freunde gemacht. Denn bei den Einwohnerratskollegen löst der SVP-Politiker vor allem Kopfschütteln aus. «Ich schäme mich, dass man überhaupt auf diese Idee kommt. Das ist gegen jede Gepflogenheit», enerviert sich CVP-Präsident Christian Griss. Alle hätten ihre Termine auf diese offizielle Sitzung ausgerichtet, betont er.

Auch FDP-Fraktionspräsidentin Silvia Schweizer wundert sich über Ueberwasser: «Gerade als Statthalter hätte er das zuerst intern diskutieren sollen, bevor er damit an die Medien geht.» Dieses Vorgehen sei aber «typisch Ueberwasser». Damit habe sie persönlich grosse Mühe.

Ueberwasser als Ratspräsident?

Nach diesen Voten zu urteilen, hätten manche Einwohnerräte wohl auch Mühe mit Ueberwasser als Ratspräsident. Als heutiger Statthalter wird er sich in einem Jahr um Hofers Nachfolge bewerben. Er kündet an, dass er im Gegensatz zu Hofer als Präsident Sitzungen verschieben werde, wenn herausragende Sport- oder Kultur-Anlässe anstehen, die zahlreiche Mitglieder sehen wollen.

Dazu sagt Schweizer: «Wäre 1. April, hätte ich gedacht, das sei ein Witz.» Ueberwasser sieht in der Kritik von FDP und CVP einen einfachen Grund: Deren Niederlage in der Familiengarten-Abstimmung. (öpf)