Dabei hatten sie doch Einigkeit demonstrieren wollen: Als die gestrige Pressekonferenz von Rot-Grün begann, sassen da aber nur die beiden Anwärter der SP auf die Sitze im Gemeinderat. Cornelia Birchmeier von den Grünen hatte sich eine andere Zeit aufgeschrieben. So war es den SP-Männern vorbehalten, den Auftakt zu einem gemeinsamen Wahlkampf zu verkünden. Guido Vogel (bisher) und Martin Leschhorn (neu) heissen die Hoffnungsträger der Genossen. Wobei Leschhorn noch zum Angriff auf das Gemeindepräsidium bläst. Auf zwei Punkte hat er sich bei seiner Bewerbung beschränkt: die Freiwilligenarbeit durch seine Präsenz sichtbarer zu machen und eine Sprechstunde, in der Bürger ihre Sorgen deponieren können. «Ich will als Gemeindepräsident spürbar sein», sagte Leschhorn. Zudem sei er als Brückenbauer bekannt.

Sachpolitik sei wieder gefragt

Brückenbauer brauche es, erörterte Vogel, der die Arbeit im Gemeinderat seit vier Jahren kennt. «Das politische Klima hat sich gewandelt», gefordert sei nun wieder Sachpolitik. Das leiste er. Als seine Erfolge strich Vogel die Veränderung im Abfallwesen, den Bau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Alterssiedlung Dreibrunnen und – natürlich – die Überführung des Kommunikationsnetzes an einen neuen Anbieter. Dem Entscheid um das K-Netz gingen mehrere Volksentscheide voran. Am Ende gewann die Linke, die im bürgerlichen Riehen kleine Brötchen bäckt.

Das soll sich mit der gemeinsamen Liste von SP und Grüne für den Gemeinderat ändern.  Halb mit dabei ist auch die EVP, die allerdings eine eigene Liste führt und selbst Anspruch aufs Gemeindepräsidium stellt. Immerhin: Es bestehe eine gewisse Zusammenarbeit; die Namen von Annemarie Pfeifer und Christine Kaufmann stehen – wenn auch klein gedruckt – auf den Wahlunterlagen der SP. Die doch noch aufgetauchte Grünen-Kandidatin Birchmeier rundete das Politprogramm ihrer Mitbewerber mit konkreten politischen Zielen ab: mehr Teilzeitarbeit sowie den Teuerungsausgleich für das Gemeindepersonal ermöglichen, keine Ausdehnung der Bauzonen, keine Versieglung der Böden.

Im Kampf um Stimmen suchen alle drei Kandidierenden eine möglichst direkte Ansprache. Die Sozialdemokraten setzen auf die bewährten Telefonanrufe. Dazu gibt es Anlässe, um mit den vielleicht zukünftigen Magistraten ins ins Gespräch zu kommen.