Euro-Airport
Rien ne va plus beim Anschluss an die Bahn? – Förderverein sagt «Non»!

Frankreich hat die Schienen-Anbindung des Euro-Airports zurückgestellt. Das will der Förderverein für den Bahnanschluss nicht hinnehmen. Der französische Premierminister erhält jetzt Post – mitunterzeichnet von Hans-Peter Wessels.

Benjamin Wieland
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Der Förderverein für den Bahnanschluss des Euro-Aiports mobilisiert: Am Treffen vom 26. März in Mulhouse nahm auch der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels teil (auf dem Podium, ganz rechts).

Der Förderverein für den Bahnanschluss des Euro-Aiports mobilisiert: Am Treffen vom 26. März in Mulhouse nahm auch der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels teil (auf dem Podium, ganz rechts).

zvg

«EAP Express» gewinnt wieder an Fahrt. Der Förderverein für den Bahnanschluss am Euro-Airport (EAP) war in den vergangenen Jahren kaum mehr in Erscheinung getreten – aufgeschreckt hat ihn jetzt das Vorhaben der französischen Regierung, die Anbindung des Flughafens an die Schiene auf die lange Bank zu schieben.

Der 2010 gegründete Förderverein hat sich zum Ziel gesetzt, das Lobbying zu verstärken und neue Mitglieder zu gewinnen. Am Montag trafen sich 39 Politiker sowie Vertreter von Verbänden und Unternehmen auf Frankreich, Deutschland und der Schweiz in Mulhouse zu einem Informations- und Mobilisierungstreffen. Unter den Anwesenden waren auch der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels sowie der jurassische Regierungsrat Charles Juillard.

Post für den Premier

«EAP Express» will sich in Paris mehr Gehör verschaffen. Die Anwesenden unterzeichneten einen Brief an Édouard Philippe. Dem französischen Premierminister wird dargelegt, wie wichtig das Infrastrukturprojekt sei – nicht nur für das Südelsass, sondern für die gesamte trinationale Region.

Diese Erkenntnis ist offensichtlich noch nicht bis zur französischen Regierung durchgedrungen. Der Schienenanschluss des Flughafens geniesst bei ihr keine hohe Priorität. Das wurde klar, als das Vorhaben in einem Bericht zu Infrastrukturmassnahmen der nächsten zwanzig Jahre zu einem Projekt 3. Klasse eingeteilt wurde (die bz berichtete).

Gemäss dem Bericht Duron würde sich Frankreich – falls überhaupt – mit maximal einem Fünftel an den Baukosten in der Höhe von 260 Millionen Franken beteiligen, starten könnten die Arbeiten frühestens 2027 – sieben Jahre später als ursprünglich vorgesehen.

Schweizer Beitrag wäre futsch

Bisher war man von Schweizer Seite davon ausgegangen, dass Frankreich und die Eidgenossenschaft den Löwenanteil der Kosten übernehmen und hälftig teilen. Der Bund hat Mittel in Aussicht gestellt. Auch an den Kosten des Vorprojekts in der Höhe von rund 4,6 Millionen Euro beteiligt sich die Schweiz mit knapp 40 Prozent.

Paris hat von beiden Basel bereits Post erhalten. Im Schreiben an die französische Verkehrsministerin Elisabeth Borne warnen die Kantonsregierungen, die Schweiz spreche wohl keine Gelder, wenn sich Frankreich nicht auch massgeblich beteiligt.

Vereinspräsident sitzt im Senat

Der Bahnanschluss geht auf eine Erklärung zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz aus dem Jahr 1989 zurück. Vorgesehen ist ein sechs Kilometer langer Abzweiger der bestehenden Strecke Basel-Mühlhausen.

Der Bericht Duron wird noch im französischen Parlament behandelt. Im Senat sitzt ein Verfechter des Bahnanschlusses. Es ist Jean-Marie Bockel, früherer Stadtpräsident von Mulhouse und Präsident von «EAP Express».