«Der Beschuldigte fällt eindeutig in die Kategorie der Risikoquerulanten», sagte Gerichtspräsident Roland Strauss am Dienstag zur Urteilseröffnung. Den Begriff hatte zuvor Staatsanwältin Christine Egli eingeführt und damit den Vergleich zu einem früheren Basler Fall gezogen, bei dem das Bundesgericht eine stationäre Massnahme bei blossen Drohungen als zulässig erachtet hatte. Ganz so weit wollte das Dreiergericht dann aber doch nicht gehen.

Der 40-jährige Mann stand schon mehrmals vor dem Strafgericht, etwa nach Farbschmierereien an Wänden. Dies war damals seine Reaktion darauf, dass ein Abwart im Gundeli-Quartier seine VHS-Kassetten entsorgt hatte. Im Dezember 2015 flog er aus einer Wohnung im Kleinbasel. Die damalige Zwangsräumung warf ihn offensichtlich aus der Bahn, er terrorisierte danach den durchführenden Gerichtsweibel, eine Liegenschaftsverwalterin sowie den Mitarbeiter einer Lagerfirma mit Mails und Textnachrichten. Auch mit seinem Beistand verkrachte er sich.

Die aktuelle Anklageschrift ist 21 Seiten dick, sie ist gefüllt mit unflätigen Beschimpfungen. Dazu kamen weitere Ankündigungen: Teilweise drohte er relativ harmlos, er werde mit der Staatsanwaltschaft vorbeikommen, teilweise stiess er aber auch mehr oder weniger diffuse Todesdrohungen aus. Auch vom Zivilgericht ausgesprochene Kontaktverbote hinderten ihn nicht daran. Bereits 2014 erhielt er wegen Beschimpfungen einen Strafbefehl.

Mehrere Vorstrafen

«Er hat vier Vorstrafen, drei davon einschlägig. Diese hatten in keiner Art und Weise eine Warnwirkung. Hätte er im März 2018 nicht festgenommen werden können, wäre die Liste seiner Taten noch länger», sagte Staatsanwältin Egli in ihrem Plädoyer. Der 40-Jährige sass am Dienstag eher wortkarg im Gerichtssaal. «Das habe ich geschrieben, damit er überhaupt reagiert», verteidigte er eine seiner Drohungen an den Gerichtsweibel. Er kam aber immer wieder auf sein eingelagertes Hab und Gut zu sprechen.

Ein Gutachten bescheinigt dem Mann eine tiefgreifende Entwicklungsstörung aus dem autistischen Spektrum, er lebt von einer IV-Rente. Ein früherer Versuch in einer geschützten Werkstatt ist gescheitert. «Es macht keinen Sinn, ihn weiterhin im Gefängnis zu belassen. Das würde nur seinen Groll weiter bestärken», warnte Verteidiger Simon Berger.

Das Dreiergericht beliess es erneut bei einem Versuch mit einer ambulanten Massnahme, eine stationäre Massnahme wäre nicht verhältnismässig. Vorerst bleibt der 44-Jährige in Haft.