Basel
Roche legt einen Grundstein für weitere Durchbrüche

190 Millionen Franken wird das neue Biotech-Produktionszentrum in Basel kosten. Der Pharmakonzern Roche hat am Dienstag feierlich den Grundstein zum neuen Projekt gelegt.

Céline Feller
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Im neuen Biotech-Produktionszentrum werden zusätzlich zu den 9000 bestehenden Stellen 50 neue geschaffen.
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Das Projekt wird rund 190 Millionen Franken kosten.
Neues Biotech-Produktionszentrum von Roche in Basel

Im neuen Biotech-Produktionszentrum werden zusätzlich zu den 9000 bestehenden Stellen 50 neue geschaffen.

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«Wir feiern heute etwas, das in der Schweiz nicht selbstverständlich und leider viel zu selten ist», begrüsst Christoph Franz, Präsident des Verwaltungsrates der Roche, die Anwesenden bei der gestrigen Grundsteinlegung für den Neubau des biotechnologischen Produktionszentrums in Basel.

Fünfzehn Meter unter der Erde, in der Baugrube des späteren dritten Untergeschosses des neuen Hauses 91, wurde feierlich eingeweiht, was sowohl Standortleiter Jürg Erismann, der Leiter der Pharma Global Technical Operations, David LaPré, Regierungsrat Hans-Peter Wessels als auch Franz als Bekenntnis für den Standort Basel/Kaiseraugst verstehen. «Der Standort muss stets wettbewerbsfähig und attraktiv bleiben», begründet Erismann die für ein einziges Haus hohe Investitionssumme von rund 190 Millionen Franken.

Zu den bereits 9000 Angestellten am Basler Standort, die aus 90 Nationen stammen, werden mit der Inbetriebnahme im August 2016 noch 50 weitere Stellen geschaffen, die sich der Produktion von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten widmen sollen. Dies sind gezielt wirkende Krebsmedikamente, die gegen die Krankheit ankämpfen, jedoch dabei die negativen Begleiterscheinungen von Chemotherapien weitestgehend vermeiden.

Der erste Wirkstoff, der im Produktionszentrum entstehen wird und 2018 auf den Markt kommt, ist Kadcyla. Das Mittel soll an Brustkrebs leidende Frauen heilen. «Brustkrebs ist bei Frauen die am häufigsten auftretende Krebs-Art. Jährlich gibt es 70 000 Patientinnen in Europa mit dieser Diagnose», weiss Erismann.

Dass der Standort Basel weit mehr als nur der Sitz der Verwaltung und der Konzernleitung des Pharmariesen Roche ist, sondern einer von drei gleichwertigen Standorten weltweit, soll durch den Neubau ebenfalls symbolisiert werden. «Für Basel ist es erfreulich, dass die 1896 gegründete Roche Basel treu geblieben ist und noch immer so stark verwurzelt ist», so Wessels. Durch den Grundstein des achtstöckigen Gebäudes würden die Wurzeln gar noch stärker werden.

Der Neubau ist integraler Bestandteil der strategischen Standortentwicklung und «seine natürliche Lichteinstrahlung und die Möglichkeit, nach draussen zu blicken, sind eine Verbesserung im Vergleich zu vorher», sagt LaPré. Im Oktober soll das Gebäude bodeneben sein, der Rohbau im Mai 2015 fertiggestellt werden. Die Geschwindigkeit, mit der die Bauarbeiten seit der im September 2013 erteilten Bewilligung vorangehen, sei der Ingenieurskunst und den guten Beziehungen zu den Behörden zu verdanken, so Erismann.

Zusammen mit den Herren Franz, der den im Ausland abwesenden Roche-CEO Severin Schwan vertreten hatte, LaPré und Wessels vergräbt Erismann nach den Ansprachen eine Schatulle, die mit Gegenständen gefüllt ist, die der Nachwelt erhalten bleiben sollen. «Die Tradition will es so», begründet Franz diesen Akt. So symbolisch das Legen des Grundsteins eines Gebäudes ist, dessen drei Untergeschosse und ein paar vereinzelte Träger bereits stehen, so bedeutend betrachtet LaPré die Grundsteinlegung: «Wir legen heute nicht nur den Grundstein für dieses Gebäude, sondern auch für weitere Durchbrüche in der Medizin.»