Wer auf Facebook den «Gefällt mir -Button» klickt, hinterlässt Spuren. Eine Auswertung der bz zeigt, aus welchen Ländern die Likes auf den Facebook-Seiten ausgewählter Basler Markenzeichen kommen. Eine der vielen spannenden Erkenntnisse ist, das überraschend viele Klicks aus Ägypten stammen.

Sowohl der FCB (696 179 Likes/48 Prozent) als auch Novartis (26 659/11) und Roche (8611/12) bekommen viel mehr Zuspruch aus Ägypten als aus der Schweiz.

Das mag im ersten Moment verwundern, doch die Gründe für die nordafrikanische Fangemeinschaft sind zumindest beim FCB schnell gefunden. Alles begann in der Saison 2012/13 mit den Transfers der beiden Mohameds: Salah und Elneny, die in der Heimat schon damals Kultstatus besassen und später für viel Geld in die englische Premier League wechselten.

Mit Ahmed Hamoudi (2014-16) und Omar Gaber (2016-heute) tragen in der Folge zwei weitere Ägypter das FCB-Trikot, wobei vor allem letzterer für weitere Likes sorgt. Allein am Tag der Verpflichtung Gabers vor einem Jahr erhält der FC Basel auf Facebook 53 000 neue «Gefällt-Mir-Angaben». Zum Vergleich: Rekordmeister GC hat insgesamt nur 60 258 Likes.

Klinische Versuche in Ägypten

Schwieriger gestaltet sich die Suche danach, warum Roche und Novartis in Ägypten so beliebt sind. Anders als der FCB sind die Pharmaunternehmen in Nordafrika selber vor Ort und führen dort einen Grossteil ihrer klinischen Versuche durch. Für viele Ägypter ist die Teilnahme an solchen Studien die einzige Möglichkeit, medizinisch behandelt zu werden. Ob die Nordafrikaner dieses Angebot aber mit einem Like quittieren, bleibt unklar.

Auch bei Novartis selbst tut man sich schwer, die überraschend grosse ägyptische Fangemeinschaft zu erklären. «Aus den Interaktionen über Social Media in Ägypten wissen wir lediglich, dass sich dort viele Menschen für Novartis als Arbeitgeber interessieren und sich teilweise sogar über den Kanal bewerben», sagt Novartis-Sprecher Daniel Zehnder.