Herr Erismann, Roche lässt im Moment an der Grenzacherstrasse ein Gebäude zurückbauen – auf dem Areal, wo der zweite Turm hinkommt. Sind Sie im Zeitplan?

Jürg Erismann: Ja, der Bau 2, unser neues Bürohochhaus, ist genau im Zeitplan. Wir haben alle Bewilligungen und sind seit Ende November daran, das Gebäude abzureissen, an dessen Stelle Bau 2 entstehen wird. Bau 2 soll bis Mitte 2022 fertig gestellt sein.

In der vergangenen Woche kam es am Bau 1 unerwartet zu Eisbildung an der Fassade, Eis fiel auf Trottoir und Strasse. Was wissen sie über die Ursachen?

Wir gehen davon aus, dass wir eine gewisse Strömung von Innenluft nach aussen haben. Diese Luft tritt bei den Fensterbänken nach aussen, und wir vermuten, dass die in der Abluft enthaltene Feuchtigkeit an den sehr gut isolierten, kalten Aussenscheiben kondensiert und gefriert. Wäre das Haus nicht so gut isoliert, wäre die Fassade wärmer und der Effekt würde wahrscheinlich nicht eintreten. Die sehr gute Isolation des Gebäudes hat hier vielleicht einen gewissen Seiteneffekt.

Welche Massnahmen werden Sie treffen?

Das können wir derzeit noch nicht abschliessend sagen. Man muss auch wissen, dass wir über lange Zeit sehr tiefe Temperaturen hatten. Es war eine Kälteperiode, die man in Basel seit 30 Jahren nicht mehr hatte. Im Winter vor einem Jahr gab es keine Eisbildung. An der Grenzacherstrasse werden wir die Absperrungen auf dem Trottoir vorerst beibehalten, sodass wir vorbereitet sind, falls es wieder sehr kalt wird.

Wo stehen Sie bei Roche in Kaiseraugst?

Wir investieren dort rund 1 Milliarde Schweizer Franken in die Arealentwicklung. Wir werden unter anderem ein IT Innovationszentrum errichten und die Informatik-Organisation am Standort Kaiseraugst konzentrieren. In diesem Zusammenhang errichten wir dort drei neue Bürogebäude, die im Lauf dieses Jahres fertiggestellt werden. In einer ersten Phase werden im August zwei IT-Gebäude in Betrieb genommen, Ende Jahr noch ein drittes.

Dort gab es auch einen Stellenabbau.

Ja, innerhalb der Informatik. Wir haben gewisse Tätigkeiten in sogenannte Shared Service Center ausgelagert. Das betraf rund 40 Positionen.

Wo kamen die Stellen hin?

In Roche-Service Center nach Budapest, Madrid, Warschau und Kuala Lumpur.

Wie hat sich in der Region die Zahl der Arbeitsplätze insgesamt entwickelt?

Am Standort Basel/Kaiseraugst konnten wir im vergangenen Jahr 147 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Auf Grund von Veränderungen in unserem Produktportfolio gab es Anpassungen im Bereich der Small Molecules, dies hat zu einem Abbau von 168 Stellen geführt. Es freut uns sehr, dass wir trotz der Veränderungen in einzelnen Bereichen dennoch insgesamt 290 neue Arbeitsplätze bei Roche in der Schweiz schaffen konnten.

Wie sieht es in diesem Jahr aus?

Die Personalentwicklung wird sehr stark vom Geschäftsverlauf abhängen. Wir haben stabile Verhältnisse und einen positiven Ausblick auf das Jahr 2017. Wir rechnen mit einem moderaten Wachstum.

Gibt es betriebliche Limitierungen, die Roche wegen fehlenden Einwanderungskontingenten spürt?

Seit der Bundesrat beschlossen hatte, die Kontingente für Mitarbeitende aus Drittstaaten, also Nicht-EU-Personen, wieder heraufzusetzen, ist die Lage etwas entspannter. Wir hätten uns gewünscht, dass für die ganze Schweiz wieder die zuvor geltende Kontingentzahl von 8500 zur Verfügung stehen würde.

Jetzt gibt es ja Menschen in der Schweiz, die wollen die Freizügigkeit mit der EU abschaffen. Das dürfte wohl fatal sein für Roche.

Roche ist ein globales Unternehmen und beschäftigt allein am Standort Basel und Kaiseraugst Menschen aus 90 Nationen. In Basel beschäftigen wir 60 Prozent Nicht-Schweizer und sind dringend auf Fachkräfte aus der EU angewiesen.