Zwei typische ältere Damen sitzen gemeinsam auf einem Balkon und quatschen über Gott und die Welt. Obwohl, so typisch sind sie nicht, und das Quatschen ist auch mehr ein pointenreiches Lästern: Es ist die Balkonszene, die zu den Highlights der Ridicule-Premiere am Mittwochabend gehörte.

Das Publikum war überwiegend etwas älter und manchmal ein bisschen verunsichert darüber, wie spontan Helmut Förnbacher und sein Kollege Hanspeter Stoll auf dem Balkon agierten, und wie viel eben doch einstudiert war. Der Ausruf: «Röösli, jetzt hesch mer d Pointe scho wieder versaut» war oft zu hören und erheiterte das Publikum.

Eindrücke vom Ridicule 2017.

Darunter: Der 97-jährige Carl Miville, ehemaliger Basler SP-Ständerat und langjähriger Texter des Ridicule. Das Ensemble erwies dem Urgestein die würdige Reverenz, und Miville erhielt für die Jahrzehnte seines Engagements einen gewaltigen, lauten Applaus.

Neben der Balkonszene überzeugte der Schnitzelbangg «D Giftspritzi», der seinem Namen alle Ehre machte. Und Kristina Nel präsentierte auf Hochdeutsch eine humorvolle Nummer über eine weitere gescheiterte Broschüre von Basel Tourismus dar, die sich der Fasnacht annimmt. Die Begriffe reichten also von «Fasnachtseintrittsorden» bis hin zu «Gebläsetrupps».

Und gerade diese Trupps, also die Pfeifer und Tambouren, hatten natürlich auch ihren festen Platz auf der Bühne: Denn fasnachtsmusikalisch glänzt das Ridicule auch dieses Jahr wieder fraglos.