Politik

Roland Stark tritt aus der Basler SP aus

Zeigt viel Profil: Querdenker Roland Stark.

Zeigt viel Profil: Querdenker Roland Stark.

Der ehemalige Präsident macht persönliche, atmosphärische und politisch-inhaltliche Gründe geltend.

Roland Stark war eine der schillerndsten Figuren der Basler SP. War. Denn jüngst hat er seiner Sektion Basel West mitgeteilt, dass er der hiesigen Politik den Rücken kehrt und sich der Appenzeller SP anschliesst. «Damit bleibe ich selbstverständlich nach 51 Jahren Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz.» Der Wechsel erfolgt nicht in Minne. «Die Gründe für den Übertritt sind vor allem persönlicher und atmosphärischer, aber auch politisch-inhaltlicher Art», sagt er auf Anfrage der bz. Mehr will er dazu nicht sagen.

Seitens der Parteileitung heisst es, Stark habe seinen Schritt auch mit einer «Entfremdung» begründet. An dieser liess der ehemalige Grossratspräsident die Öffentlichkeit teilhaben. Als Kolumnist der Basler Zeitung kritisierte er mitunter auch seine eigene Partei aufs Schärfste. Im vergangenen Winter etwa ging er mit der SP-Fraktion im Grossen Rat hart ins Gericht. Dass einige Genossen im Parlament die Erhöhung der Sicherheitskosten für die Basler Juden abgelehnt hatten, sei zwar nicht auf Antisemitismus zurückzuführen, aber auf ein hohes Mass an politischer Dummheit und fehlende Geschichtskenntnisse. Im vergangenen Wahlkampf warf er der Basler SP vor, sie würde die Wahlkampffinanzierung nicht transparent machen.

Und zwischendurch schoss er direkt auf Parteigranden wie den Regierungsrat Hans-Peter Wessels, dessen Rücktritt er forderte – und Parteiküken wie Mirjam Kohler von der Juso, der er nach einem Nazi-SVP-Vergleich fehlendes Geschichtsbewusstsein vorwarf. Der Ausschlag für seinen Entscheid soll gemäss einem Insider aber die ablehnende Haltung einiger Parteiexponenten zum Ozeanium gewesen sein, für das sich Stark einsetzte.

Parteigenossen fragten nicht nach

Grosses Erstaunen, so ist anzunehmen, wird der Abgang Starks nicht ausgelöst haben. Der Abtrünnige jedenfalls sagt, sein Übertritt habe «keinerlei Nachfrage durch die Basler Kantonalpartei oder durch irgendwelche Einzelpersonen in der SP ausgelöst».

Registriert worden ist der Abgang Starks aber sehr wohl, der die Partei zwischen 1981 und 1990 präsidierte. Der aktuelle Basler Parteipräsident Pascal Pfister hebt die Verdienste Starks hervor und betont, dass er selbst dessen öffentlich ausgeteilte Kritik an der Partei begrüsst habe. «Wir sind als Partei selbstkritisch», sagt Pfister – deswegen habe man damit umgehen können. Er habe Stark aber keine Steine in den Weg legen wollen, als er sich für den Übertritt in eine andere Kantonalsektion entschied. «Reisende soll man nicht aufhalten», sagt Pfister, der sich mit seiner Partei auf bestem Weg sieht, die angestrebte Mitgliederzahl von tausend zu erreichen. Diesem Ziel steht die SP kurz bevor. In den vergangenen drei Jahren konnte sie 150 neue Mitglieder dazugewinnen.

Rein quantitativ wird der Abgang von Roland Stark deshalb nicht ins Gewicht fallen. Und was das Engagement innerhalb der Partei angeht, wohl auch nicht. Stark engagierte sich zuletzt nicht mehr in den SP-Gremien.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1