Kirchenrat
Römisch-katholische Synode: Koranschule-Gegner krebst zurück

Marc Ducommun möchte seinen Antrag gegen den Koranunterricht in den Räumlichkeiten der katholischen Kirche noch einmal überarbeiten. Mit seinem Anliegen fand der Ex-Synodenpräsident in seinen Reihen wenig Gehör.

Samuel Hufschmid
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Der umstrittene Koranunterricht findet im Pfarreiheim der Kirche St.Joseph an der Klybeckstrasse statt. (Archiv)

Der umstrittene Koranunterricht findet im Pfarreiheim der Kirche St.Joseph an der Klybeckstrasse statt. (Archiv)

Kenneth Nars

«Ich ziehe meinen Anzug zurück, damit bis zur nächsten Synode ein ausgewogenerer Vorschlag unterbreitet werden kann.» Mit diesem Votum hat der Ex-Synodenpräsident Marc Ducommun am Dienstag die Debatte um den Koranunterricht in Räumen der katholischen Kirche vertagt. Die Debatte, ob die Kirchgemeinden ihre Räume für Angebote nicht-christlicher Religionen vermieten dürfen, wird nun wohl erst im November geführt werden.

Gegenantrag fordert Toleranz

Grund für die ursprüngliche Traktandierung des Anzugs war die Vermietung von Räumen im Pfarrheim St. Joseph an die muslimische Gemeinde der Kasernen-Moschee. Wäre der Anzug nicht zurückgezogen worden, hätten sich die anwesenden Kirchenvertreter dazu äussern müssen, ob sie Ducommuns «tiefe Beunruhigung» teilen. Dieser begründete seinen Vorstoss damit, dass eine Vermietung an eine Religionsgemeinschaft, die «leugnet, dass Jesus Christus der eingeborene Sohn Gottes ist und somit nebst der menschlichen auch eine göttliche Natur innehat», die «Glaubwürdigkeit als Christen aufs Spiel setzt».

Dass nicht alle Synodenteilnehmer Ducommuns Einstellungen teilen, zeigt der Antrag der Synodenfraktion Heiliggeist, die ihrerseits eine Ablehnung des Anzugs forderte. «Die Pfarreien sollen frei sein, ein gewisses Eigenleben zu entwickeln und dabei den besonderen, im entsprechenden Quartier vorherrschenden Gegebenheiten angemessen Rechnung zu tragen», schreibt Fraktionspräsident Benedikt Suter. Wegen Ducommuns Rückzieher wurde auch dieser Gegenantrag nicht behandelt.

Einer von Kirchenrat und Dekanatsleitung gemeinsam verschickten Medienmitteilung ist zu entnehmen, dass auch diese beiden Gremien gegen Ducommuns Antrag sind. Ein anderes Synodenmitglied äusserte hingegen den Wunsch, dass die katholische Kirche vom Prinzip der Koranschule profitieren und selbst wieder Bibelunterricht für Primarschüler anbieten soll.