Das Heilmittelinstitut Swissmedic hat das Universitätsspital Basel (USB) mit einer Busse von 5000 Franken bestraft, weil es auf «schwerwiegende Weise» seine Meldepflicht verletzt habe, berichtete am Samstag der «Tages-Anzeiger». Swissmedic bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA den Bericht. Betroffen waren auch das Universitätsspital Zürich sowie das Kantonsspital St. Gallen. Alle drei Spitäler haben Medizinprodukte aus Pakistan eingekauft, die verunreinigt waren. Sie wurden über eine Firma im Kanton Zug vertrieben.

Rostige, verbogene Kanülen

Es handelte sich unter anderem um Kanülen für Herzoperationen an Babys und um Saugkanülen. Sie waren teilweise rostig, verbogen, brachen ab oder enthielten Metallsplitter. Bei einer Untersuchung der Zuger Firma, die auf ein anonymes Mail von 2011 zurückging, fanden die Fahnder gegen ein Dutzend Mails, in denen sich die Kliniken über fehlerhafte Produkte beklagten. Obwohl sie dazu verpflichtet gewesen wären, haben sie die Behörden darüber nicht informiert.

Anfang 2017 eröffnete Swissmedic ein Verfahren gegen die drei Spitäler. Im Wiederholungsfall droht eine Busse von 50'000 Franken. Das USB zog das Material aus dem Verkehr und reklamierte bei der Herstellerfirma. «Versehentlich» habe man dies nicht bei Swissmedic gemeldet, «was unsere Pflicht gewesen wäre», teilte es der SDA mit. Dafür habe das Spital zu Recht eine Busse erhalten.

Bereits vorher habe das USB intensive Anstrengungen unternommen, um alle Beteiligten für die Meldepflicht von Swissmedic zu sensibilisieren. Für Patientinnen und Patienten habe keine Gefahr bestanden.

Verfalldatum gefälscht

Die «Sonntagszeitung» berichtete von einem weiteren Skandal. So hat eine Walliser Firma das Verfalldatum eines Krebsmedikaments gefälscht, um es länger verkaufen zu können. Von den 96'000 Fälschungen gingen zwar die meisten nach Frankreich, aber auch knapp 2500 in die Schweiz. 220 landeten beim USB.

Die Firma wurde in erster Instanz zu Bussen verurteilt. Strittig ist, ob das Leben der Patienten aufs Spiel gesetzt worden ist. Swissmedic ist davon überzeugt und hat das Verfahren an die nächste Instanz weitergezogen. (psc/sda)