Alle sind gekommen. Das komplette Fünferticket. Heidi Mück, Elisabeth Ackermann, Eva Herzog, Christoph Brutschin und Hans-Peter Wessels. Und alle fünf haben gesprochen. Lange gesprochen. Sehr lange. Über Steuern, günstige Wohnungen, Verkehrsprojekte, Arbeitsplätze, Krankenkassenprämien.

Eine Stunde lang haben sie aufgezählt, was Rot-Grün gemacht hat. Zum Beispiel die beiden Steuerpakete im Jahr 2008 und 2010. Was Rot-Grün macht. Zum Beispiel die Tramverlängerung nach Saint-Louis. Und was Rot-Grün noch machen wird. «Oh ja, es gibt noch Einiges, das wir gemeinsam erreichen wollen», sagt Brutschin, Vorsteher des Wirtschaft-, Sozial- und Umweltdepartements. Zusammengefasst: Es wurde viel Bekanntes und nichts Neues erzählt.

Kein Aktionismus

Dem bürgerlichen Schulterschluss hat Links-Grün vergangene Woche Aktionismus vorgeworfen, weil diese als Antwort auf das Sorgenbarometer der bz und der «Tageswoche» eine Krankenkassen-Initiative lanciert oder hängige Vorstösse gegen das Lädelisterben vorangetrieben hatten.

Und jetzt das. Man ist im ersten Moment verführt, SP, Basta und den Grünen das Gleiche vorzuwerfen. Aber: «Wir haben ja keine neuen Lösungen präsentiert, sondern aufgezeigt, was wir alles schon gemacht haben», sagt Basta-Regierungskandidatin Heidi Mück. Gleich sieht es Elisabeth Ackermann, die Kandidatin für das Regierungspräsidium: «Wir haben keine Vorstösse eingereicht oder Initiativen lanciert.» Stimmt. Links-Grün hat nur vorgetragen, was alle schon wussten beziehungsweise wissen müssten. Denn Finanzdirektorin Eva Herzog hat nicht den Eindruck, dass das in der Bevölkerung angekommen ist.

Kritik am bürgerlichen Wahlkampf

Was unter dem Titel «Rot-grüne Lösungsansätze für die Sorgen der BaslerInnen» lief, war aber nicht nur ein langer Vortrag über erbrachte Leistungen von Rot-Grün in Basel. Vor allem Regierungsrätin Eva Herzog nutzte die Gelegenheit, den Wahlkampf der Bürgerlichen, «der unter dem Titel ‹Aufbruch› zelebriert wird», scharf zu kritisieren: «Aus Mangel an Inhalten wird auf alles geschossen, was sich bewegt.» Sie erlebe den Wahlkampf als «sehr destruktiv». Auch vor Unterstellungen und Unwahrheiten werde nicht zurückgeschreckt.

Links-Grün wünscht sich stattdessen also einen konstruktiven Wahlkampf, einer, der sich auf die Sache bezieht und auf Fakten fusst. Denn für Herzog steht fest: Damit die Politik der austarierten Kompromisse weitergeführt werden kann, dürfe die SVP nicht in die Basler Regierung. Scharfe Kritik am Wahlkampf der Bürgerlichen und der SVP dürfte das nicht verhindern.