Integration

Rotes Kreuz sucht Göttis für Flüchtlinge

SRK-Leiterin Siegrist zum Projekt: «Eine gute Integration der Menschen, die hierbleiben werden, wird die Herausforderung der Zukunft sein.» (Symbolbild).

SRK-Leiterin Siegrist zum Projekt: «Eine gute Integration der Menschen, die hierbleiben werden, wird die Herausforderung der Zukunft sein.» (Symbolbild).

Im Jubiläumsjahr will der Basler Verband mit dem Projekt «Eins zu eins» die Integration von Flüchtlingen erleichtern. Eine Voraussetzung dafür ist, dass man sich versteht.

Auch im reichen Basel gibt es Armut und Not. Zusätzlich zu armen und älteren und pflegebedürftigen Menschen sind zurzeit auch neuangekommene Flüchtlinge auf Unterstützung im Basler Alltag angewiesen. Der Kantonalverband Basel-Stadt des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) lancierte deshalb gestern das Projekt «Eins zu eins».

Freiwillige nehmen sich dabei als Gotte oder Götti Flüchtlingen an, begleiten sie und sollen mit ihnen den Alltag meistern. Sabine Siegrist, Geschäftsleiterin des SRK Basel-Stadt, erklärt: «Eine gute Integration der Menschen, die hierbleiben werden, wird die Herausforderung der Zukunft sein.» So versuche man zu verhindern, dass sie zu Fürsorgefällen werden.

Es gehe darum, den Leuten bei ganz banalen Dingen zu helfen. Zum Beispiel Familien zu einem Elternabend oder bei Behördengängen zu begleiten und sich einfach zu unterhalten. Sprachliche Barrieren würden oft den Anschluss an die Gesellschaft oder den Einstieg in die Berufswelt verunmöglichen. Die «Tandems» aus Flüchtlingen und Paten sollen auch das Deutschlernen erleichtern.

«Eins zu eins» richtet sich an vorläufig und definitiv aufgenommene Flüchtlinge – auch an Kinder – in Basel-Stadt. Im Baselbiet gibt es bereits das Projekt «Salute», das ähnlich funktioniert. «Wir wollen ihnen zeigen, dass sich jemand um sie kümmert», sagt Siegrist.

Mit Händen und Füssen

Das Jugendrotkreuz bietet derweil im Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel Spielnachmittage für Flüchtlingskinder an. Camille Kappeler, freiwillige Helferin des SRK, sagt: «Es ist oft sehr schwierig mit den Kindern zu sprechen. Manche verstehen kein Wort, dann sprechen wir mit Händen und Füssen.» Das könne aber auch eine grosse Bereicherung sein. «Die Kinder sollen einfach Kind sein können.» Die Freiwilligen basteln, spielen und singen mit ihnen. Viele hätten am Anfang Angst, würden sich aber mit der Zeit sehr auf die Spielnachmittage freuen.

150 Jahre für die humanitäre Sache

Die Hilfsprojekte des SRK Basel sind vielfältig. 113 Tonnen Kleider werden jedes Jahr gespendet. Der Kleidereinwurf im Rotkreuzhaus an der Bruderholzstrasse 20 wird jeden Morgen geleert, die Leute bringen vor allem abends und nachts Kleider vorbei. Vor Ort werden sie sortiert, die guten Sachen werden im Laden verkauft. Aus dem Erlös werden die sozialen Projekte in der Stadt finanziert.

An Bedürftige werden Kleider auch gratis abgegeben. «Wichtig ist uns, dass die Sachen in einwandfreiem Zustand sind. Aber es sind oft tadellose Sachen dabei. Wir freuen uns über die Grosszügigkeit der Basler», sagt Sieber. Der Verband bietet ausserdem unter anderem geschützte Arbeitsplätze für Menschen mit psychischen Problemen, einen Hütedienst für kranke Kinder und Aufgabenhilfe für minderjährige Asylsuchende an.

Das SRK feiert in diesem Jahr seine Gründung vor 150 Jahren. Zum internationalen Tag des Roten Kreuzes am 8. Mai wird deshalb erstmals die Mittlere Brücke mit der Rotkreuzfahne beflaggt.

«Eins zu eins» Freiwillige können sich beim SRK melden unter info@srk-basel.ch oder per Telefon unter 061 319 56 56.

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