Fussball

Rückkehr der klassischen Nummer 10 ist «eine Herzensangelegenheit»

Am Mittwoch kehrte der sehnlichst erwartete Matías Emilio Delgado nach Basel zurück. Bereits heute könnte der Gaucho im Auswärtsspiel gegen St. Gallen das erste Mal für den FCB auflaufen. Ganz Fussball-Basel schaut gebannt in die AFG Arena.

Endlich ist er da. Seit dem 13 Juli, als der FCB seine Rückker verkündete, wartete ganz Fussball-Basel auf Matías Emilio Delgado, den «Messias», wie ihn viele Bebbi nennen. Kurz nach 11 Uhr am Mittwoch traf er schliesslich auf dem Joggeli ein. Der 30-Jährige strahlte, war sichtbar glücklich, wieder zuhause zu sein. Zuhause in jener Stadt, in der ihn alle anhimmeln und ihn seit seinem Abgang in der Nacht des 13. Mai 2006 schmerzlich vermissten.

Die Ankunft von Matías Delgado

Die Ankunft von Matías Delgado

Sieben Jahre ist sein Abschied nun schon her, doch der Argentinier ist in Basel beliebt wie eh und je. Von 2003 bis 2006 elektrisierte er die Massen und spielte sich in die rot-blauen Herzen, war ein Publikumsliebling. Neben seiner sympathischen Art wusste Delgado vor allem auf dem Platz zu begeistern. Denn Delgado verkörpert einen Spielertypen, der im heutigen Fussball rar geworden ist: die klassische Nummer 10. Der Regisseur, der Strippenzieher, das Hirn und Herz der Mannschaft. Die magische Position des 10er, wie sie zu früheren Zeiten auch Diego Armando Maradona ausübte. «Solche Spieler machen den Fussball aus», sagte FCB-Präsident Berhard Heusler einst. Auch Murat Yakin ist ein Liebhaber der aussterbenden Position.

Delgado mit seinem Trikot, der Nummer 10.

Delgado mit seinem Trikot, der Nummer 10.

Doch die Nummer 10 ist auch eine grosse Bürde, die Delgado bei seinem ersten Engagement in der Rheinstadt noch ablehnte. Der Zehner entscheidet Spiele in Sekundenbruchteilen, sorgt für das Magische auf dem Platz und für die Momente, die einen den Atem stocken lassen. Er kann das Spiel lesen, den Spielrhythmus ändern und den entscheidenden Pass spielen. In seiner südamerikanischen Heimat werden solche Spieler als Fantasistas bezeichnet.

Doch kann Delgado diese hohe Aufgabe überhaupt erfüllen? Zuletzt kickte der dreifache Vater in Abu Dhabi, bei «al-Jazira Club» in der Premier Division. Einer Liga, die qualitativ bei weitem nicht mit den europäischen Top-Ligen mithalten kann und meist nur die Zufluchtsstelle für Profis ist, deren Karriere sich langsam dem Ende zuneigt. der 30-Jährige verbrachte nach seinem Engagement bei Beşiktaş Istanbul (2006-2010) ganze drei Jahre in der Wüstenliga. Wie fit ist er wirklich?

In seiner Zeit beim Türkischen Renommierclub feierte Delgado, der mit der Schwester von Julio Hernán Rossi verheiratet ist, grosse Erfolge. 2007 und 2009 gewann er mit den Türken den Meistertitel, 2009 gar noch den Landes-Pokal. Zuletzt wurde ihm bei Beşiktaş gar die Ehre zuteil, die Captainbinde zu tragen. Doch nach einer langwierigen Verletzung konnte sich Delgado bei den Schwarz-Weissen nie mehr wirklich durchsetzen, wurde unglücklich und zog schliesslich zu seiner letzte Station nach Abu Dhabi.

Das entscheidende Puzzle-Teil

Klar ist, dass ganz Basel riesige Hoffnungen in den wirbligen Gaucho hat. Die Nacht seines Abschieds war eine der dunkelsten Kapitel der jüngeren FCB-Geschichte: Neben dem Verlust des Leistungsträgers mussten die Bebbi auch den in letzter Sekunde entrissenen Meistertitel verkraften. Jetzt soll er diese letzte negativ behaftete Erinnerung vergessen machen. Auf dem Weg zum historischen fünften Meistertitel ist der Fantasista ein ganz wichtiges Puzzle-Teil für Murat Yakin. Und für Delgado selbst war der FC Basel sowieso schon immer «eine Herzensangelegenheit».

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