Wo immer die neun Meter hohe Maman im öffentlichen Raum errichtet wird, erregt sie Aufsehen - und den Wunsch, sie solle doch stehen bleiben. Dies war der Fall, als sie auf ihrer Schweizer Tournee im vergangenen Jahr am Zürcher Seeufer stand, in Genf, auf dem Berner Bundesplatz oder anschliessend im Park der Fondation Beyeler in Riehen, als Wahrzeichen der grossen Bourgeois-Ausstellung.

Wohin die Reise nach Hamburg geht ist unklar

Seit Februar steht die Spinne an der Hamburger Alster vor der Kunsthalle und macht auf die dortige Retrospektive der 2010 im hohen Alter von 98 Jahren verstorbenen Künstlerin aufmerksam. In zwei Wochen endet die Ausstellung, spätestens am 2. Juli wird die Spinne von Spezialisten wieder in ihre Einzelteile zerlegt. Doch wohin dann die Reise gehen wird, ist weiterhin unklar.

Mira Forte, Sprecherin der Hamburger Kunsthalle, sagt auf Anfrage des «Sonntags», dass die Maman entweder zurück in ihre Heimat nach New York verfrachtet werde oder nach Basel, wo sie eine neue Bleibe finden könnte. Ein Entscheid sei noch nicht gefällt.

Überall auf der Welt gibt es Maman-Kopien

Forte bestätigt damit, was in Basel niemand bestätigen will: Dass ernsthaft eine Finanzierung gesucht wird, um die Spinne erneut zur Fondation Beyeler zu bringen. Die Fondation dazu angefragt, bleibt unbestimmt. Dazu könne man nichts sagen.

Nicht involviert ist die Galerie Hauser+Wirth, die in Europa die Künstlerin betreut. Allerdings gibt es von der Spinne verschiedene Exemplare. Die einzige Ausführung in rostfreiem Stahl steht in der Londoner Tate Modern. Bronzeausführungen stehen in den USA, Kanada, Russland, Spanien, Japan, Südkorea und Katar.

Maman als Eyecatcher für das Beyeler-Museum

Für das Beyeler-Museum war die Maman nicht nur Eyecatcher für seine Ausstellung, sondern mit ihrer Tournee auch Botschafterin der Fondation in der ganzen Schweiz. Finanziert wurde dieser spektakuläre Auftritt durch die Japan Tobacco Industrie (JTI), die ihren internationalen Sitz in Genf hat. JTI ist der Fondation eng verbunden und zählt auch zu den Sponsoren der aktuellen Jeff-Koons-Aussstellung. Wenn ein japanischer Konzern den Basler Kunstmäzenen bei der Anschaffung eines Kunstwerks für die Region den Rang ablaufen würde, wäre dies ein neues Phänomen.