Öffentliches WLAN-Netz
Ruf nach Gratis-Zugang ins Internet wird immer lauter

In einem Park sitzen und entspannt den Vogelgesängen lauschen: Für viele Leute ist das nicht mehr genug. Um ja nichts zu verpassen, wird im heutigen Internetzeitalter das iPhone gezückt und werden E-Mails gelesen.

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Ruf nach Gratis-Zugang ins Internet wird in Basel immer lauter.

Ruf nach Gratis-Zugang ins Internet wird in Basel immer lauter.

Aargauer Zeitung

Möchte dies ein ausländischer Tourist tun, würde es für ihn sehr teuer: In Basel ist kein öffentliches WLAN-Netzwerk vorhanden. Hier wird kabelloses Internet nämlich nur von Institutionen wie einzelnen Hotels, Restaurants, Cafés und neuerdings in ausgewählten BVB- und BLT-Trams angeboten. Dies, obwohl viele Geschäftsleute und Touristen nach Basel, der Wirtschafts- und Messestadt kommen. Ist das ein Fehler?

Christoph Bosshardt, Marketingdirektor bei Basel Tourismus, sagt zur Idee eines flächendeckenden WLAN-Netzwerkes: «Aus touristischer Sicht ist dieses Bedürfnis durchaus da. Wir hätten auf jeden Fall Freude an einem kostenlosen öffentlichen WLAN-Netzwerk.» Und auch der Medienverantwortliche der Messe Schweiz Christian Jecker betont: «Ich fände eine derartige Umsetzung durchaus positiv.» Er wünsche sich, dass Basel an dieser Sache «dran bleibt».

Hohe Kosten bei Apps

Ein Drahtlosnetzwerk wird mit Smartphones, Laptops oder ähnlichen Geräten genutzt. Besonders für Smartphones bietet WLAN Vorteile, da diese mit Apps arbeiten. Denn ohne WLAN wird das zum Problem. Im Tourismusbereich aber seien Internetverbindungen wichtig, merkt Bosshardt an: «Viele Tourismusorganisationen bieten mobile Reiseführer als Apps an.» Dies können aber nicht immer offline genutzt werden. Für Personen, die deshalb via ihren privaten Internetanbieter Apps nutzen, entstehen hohe Roaming-Kosten.

Ähnlich tönt es auch bei Jecker: «Es gibt zahlreiche Apps und Facebook-Seiten, die mit der Stadt zu tun haben», sagt er und fügt an: «Da gehört es doch dazu, dass diese auch im öffentlichen Raum genutzt werden können.»

Auch bei der diesjährigen Muba, in deren Hallen ein öffentliches Swisscom-Netzwerk vorhanden ist, entstand eine Diskussion um die Apps. «Im Zusammenhang mit dem Download der Muba-App wurde vereinzelt gewünscht, mindestens im Eingangsbereich beim Informationsstand ein freies Netz nutzen zu können», erklärt Simon Dürrenberger, Kommunikationsleiter der Muba.

Regierungsrat klärt ab

Es drängt sich tatsächlich die Frage auf, ob in Basel ein öffentliches WLAN-Netzwerk bald nötig sein wird. Hansjürg Dolder, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit, versichert: «Der Basler Regierungsrat ist am Abklären, inwiefern ein flächendeckendes WLAN-Netzwerk umsetzbar ist.» Es gebe politische Vorstösse, die in Bearbeitung seien. Ein Blick auf diese Vorstösse erweckt den Eindruck, als sei der Wunsch nach einem WLAN-Netzwerk auf allen politischen Seiten vorhanden.

Bereits im Jahr 2009 wurde von der Jungen CVP Basel-Stadt mit einer Petition ein öffentliches WLAN-Netzwerk gefordert, vergangenen September zog SVP-Nationalrat Sebastian Frehner nach und bat die Regierung um die Prüfung eines möglichen Netzwerks.

Einer der Gründe für das breite Interesse an einem Drahtlosnetzwerk ist die Popularität von Smartphones, die besonders bei jungen Leuten wächst. Dieser Meinung ist auch Christian Jecker: «Ich denke, dass vor allem auch viele junge Leute von einem WLAN-Netzwerk Gebrauch machen würden.» Ein flächendeckendes WLAN-Netz sei ein Anspruch, der immer öfters gestellt werde.

Dass der Bedarf nach einem Netzwerk da ist, ist auch für Bosshardt offensichtlich: «Immer wieder erkundigen sich bei uns Touristen nach WLAN-Anschlüssen.» WLAN sei ein Thema, das bei Basel Tourismus durchaus diskutiert werde. Und er fügt an: «Es ist nie gut, einen Schritt hinter den anderen zu gehen.»