Basler Strafgericht

Rumänisches Diebespaar bekommt 16 und 11 Jahre wegen Mordversuchs

Die Frau muss für 11 Jahre, der Mann für 16 Jahre hinter Gitter. Das Gerichte folgte damit bei den wesentlichen Punkten der Staatsanwaltschaft. (Symbolbild)

Die Frau muss für 11 Jahre, der Mann für 16 Jahre hinter Gitter. Das Gerichte folgte damit bei den wesentlichen Punkten der Staatsanwaltschaft. (Symbolbild)

Das Strafgericht verurteilte eine 34-jährige Frau zu 11 Jahren und den 45-jährigen Mittäter zu 16 Jahren Haft. Der brutale Raub wurde als besonders schweren Fall eingestuft und die heftigen Schläge wurden als versuchten Mord bezeichnet.

«Sie wusste, dass sie es mit einem gewalttätigen Menschen zu tun hat. Sie hat das in abgeschwächter Form schon am eigenen Leib erfahren», sagte Gerichtspräsident Lucius Hagemann. Die Worte waren auf die 34-jährige Angeklagte gemünzt, die sich lediglich als Gehilfin ihres 45-jährigen Freundes sah. Das Gericht stufte hingegen beide als Mittäter ein und verurteilte beide wegen mehfachen Raubes sowie versuchten Mordes. Die Frau muss für 11 Jahre, der Mann für 16 Jahre hinter Gitter. Das Gerichte folgte damit bei den wesentlichen Punkten der Staatsanwaltschaft.

Wie erwartet stuft das Gericht den brutalen Raub an der Steinentorstrasse als besonders schweren Fall ein. Die zwei Täter hatten sich mit der 83-jährigen Bewohnerin in den Lift gedrängt, liessen sich unter einem Vorwand in die Wohnung bitten und schlugen dann auf die Frau ein, um an ihren Schmuck zu kommen. Hagemann betonte, das rechtsmedizinische Gutachten sei klar: Die Frau sei mehrfach in das Gesicht geschlagen worden.

Der Mann hatte vor Gericht lediglich eingeräumt, einmal zugeschlagen zu haben. Die Frau hingegen hatte behauptet, sie sei in der Wohnung zu weit entfernt gestanden und habe die Schläge weder gehört noch gesehen. «Das ist unglaubwürdig», kommentierte Lucius Hagemann diese Aussage. Auch habe man Beweise, dass die Frau bei anderen Raubtaten selbst zugeschlagen habe.

Die Frau ist nun schwer behindert

Schon alleine die heftigen Schläge auf den Kopf der 83-Jährigen stuften die fünf Richter als versuchten Mord ein. Nach den Schlägen fesselten und knebelten die beiden die Rentnerin und durchsuchten die Wohnung. Danach verschlossen sie die Türe von aussen und nahmen den Schlüssel mit. 20 Minuten später kam der Lebenspartner der Rentnerin nach Hause und fand sie in ihrer eigenen Blutlache liegend. Seither ist die Frau schwer behindert. Das Gericht zeigte am Dienstag beiden Angeklagten ein Foto der verletzten Frau bei der Spitaleinlieferung: Er warf schulterzuckend einen kurzen Blick darauf, sie drehte den Kopf weg und weinte.

Die Frau war im Strafverfahren kooperativ, sie belastete ihren Mittäter von Anfang an schwer. Sein Verteidiger monierte, diese Aussagen unterlägen einem Verwertungsverbot vor Gericht, weil sein Mandant dort keine Fragen stellen konnte. Das Gericht sah das anders. Auch ein bandenmässiges Vorgehen bejahte es. Der Verteidiger hatte jedoch betont, ein Duo sei keine Bande. Aus diesen Gründen dürfte sich wohl bald das Appellationsgericht mit dem Fall befassen.

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