Es sind Zahlen, wie man sie eigentlich nur aus Volksrepubliken kennt: Rund 97 Prozent der Basler Wohnbevölkerung lebt «gerne» oder «eher gerne» im Stadtkanton. Dies hat die fünfte Basler Bevölkerungsbefragung ergeben, die gestern im Rathaus vorgestellt wurden. Die Lebensqualität in Basel wird gegenüber der letzten Befragung 2011 unverändert mit der sehr guten Note 7,7 auf einer Zehnerskala bewertet. Regierungspräsident Guy Morin (Grüne) zeigte sich denn auch bei der Präsentation der Bevölkerungsbefragung äusserst zufrieden. Ein besseres Resultat sei fast nicht zu erreichen, so Morin.

Grosse Stichprobe

Durchgeführt wurde die Bevölkerungsbefragung im Frühjahr 2015 vom Marktforschungsinstitut «GfK Switzerland» in Hergiswil im Auftrag des Statistischen Amts des Kantons. Angefragt wurden 5000 volljährige Bewohner des Kantons Basel-Stadt mit Schweizer Bürgerrecht, sowie Ausländer mit Ausweis B oder C, die seit mindestens einem Jahr in Basel-Stadt wohnhaft sind. Exakt 1506 Personen nahmen schliesslich an der telefonischen Befragung teil. Diese wurde auf Deutsch durchgeführt. Rund 3,4 der Angefragten konnten wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht teilnehmen. Mit 11,5 Prozent war der Anteil der befragten Ausländer schliesslich massiv kleiner als der kantonale Ausländeranteil von 34,5 Prozent. Dies habe aber auf die Ergebnisse der Befragung nur geringen Einfluss, so Madeleine Imhof vom Statistischen Amt. Mit 1506 befragten Personen auf eine Gesamtbevölkerung von über 197 000 sei die Stichprobe gross genug.

Kultur als Trumpf

Besonders geschätzt würden in Basel das kulturelle Angebot sowie die Einkaufsmöglichkeiten, der öffentliche Verkehr, die Gesundheitsversorgung und das Erziehungswesen.
Gegenüber der letzten Umfrage von 2011 gestiegen sei auch die Zufriedenheit mit der Sauberkeit, der Luftqualität, den Grünanlagen und auch mit der Steuerbelastung. Wünschte vor vier Jahre noch die Hälfte der Befragten tiefere Steuern, waren es 2015 nur noch 37 Prozent, was allerdings auch eine Folge der kürzlichen Steuererleichterungen sein dürfte.
Zufrieden zeigt sich auch eine Mehrheit mit der eigenen wirtschaftlichen Lage. Diese wird als besser beurteilt als 2011, auch wenn sich viele Sorgen machen um ihren Arbeitsplatz. Massiv abgenommen hat hingegen die Zufriedenheit mit dem Wohnungs- und Parkplatzangebot. Mit Letzterem sind gerade mal 40 Prozent zufrieden.

Problem Sicherheit

Abgenommen hat auch das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung. Wie schon 2007 und 2011 wird die Sicherheit am häufigsten als das grösste Problem in Basel-Stadt genannt. Regierungspräsident Morin verwies gestern darauf, dass es sich dabei um das subjektive Empfinden der Menschen handle. Denn die allerneuesten Zahlen zeigten objektiv einen markanten Rückgang der Kriminalität in Basel-Stadt.

Regierung sieht sich bestätigt

So oder so, Guy Morin ist zufrieden: «Die Resultate der Befragung bestätigen uns heute: Wir sind auf gutem Kurs. Die strategische Ausrichtung der Regierung hat die richtigen Akzente gesetzt.»

Fünfte Basler Bevölkerungsbefragung: http://www.statistik.bs.ch/zahlen/befragungen/bevoelkerungsbefragung.html