Eigentlich sollten in der Liegenschaft am Rümelinsplatz 1 schon seit längerem saftige Fleisch-Patties gebrutzelt werden. Doch die Schweizer Burger-Kette «Holy Cow», die eigentlich dort einziehen wollte, hat sich trotz unterzeichnetem Vertrag dazu entschieden, keinen Laden an diesem Standort aufzumachen. Aus diesem Grund steht das Lokal nun leer.

Im Jahr 2015 hat die Hess Investment Gruppe die Liegenschaft am Basler Rümelinsplatz erworben. 2017 hatte man die Immobilie nach langem Leerstand modernisiert. Ab dem ersten Stock wurden Wohnungen eingebaut, im Erdgeschoss realisierte man eine Gewerbeeinheit. Für dieses Lokal fand man dann auch schnell einen Mieter. Die Burger-Kette «Holy Cow» entschied sich vor zwei Jahren, einen Ableger in Basel zu eröffnen. Der Vertrag war bereits unterschrieben. Und dann kam doch alles anders.

«Holy Cow» krebst zurück

Man sei vielleicht etwas zu enthusiastisch gewesen, meint Waldimir Bissig von «Holy Cow». Die Kette, welche im Jahr 2009 ihr erstes Restaurant in Lausanne eröffnet hat, besitzt bereits fünfzehn Standorte von Genf bis nach Winterthur. Doch in Basel muss man weiterhin auf einen Laden warten.

«Rundherum stirbt alles aus. Immer mehr Läden in dieser Gegend verschwinden», so Bissig. Das sei mit dem gastronomischen Konzept der Kette nicht zu vereinbaren. «Wir verfolgen mit unseren Lokalen ein ganz bestimmtes Grundkonzept, das auf eine extreme Laufkundschaft ausgelegt ist.» Diese fehle am Rümelinsplatz. Deshalb haben die Verantwortlichen sich trotz unterzeichnetem Vertrag dazu entschieden, doch keinen Laden an diesem Standort zu eröffnen. «Manchmal macht man eben Fehler», gibt Bissig zu.

Die Betreiber hoffen nun, bald einen Mieter für das Lokal zu finden, da sie im Moment noch die Miete für das leerstehende Restaurant zahlen müssen. «Bis jetzt haben sich leider noch fast keine Interessenten gemeldet», sagt Bissig. Vor allem für Neueinsteiger wäre der Standort eher schwierig. «Auch der Mietzins von um die 20 000 Franken schreckt wohl viele Interessenten ab.» Er könne sich jedoch sehr gut vorstellen, dass eine bekannte und grössere Gastrokette, welche nicht auf Laufkundschaft angewiesen sei, den Ort ohne Probleme bespielen könne.

Den Kopf stecken die Verantwortlichen bei «Holy Cow» trotzdem nicht in den Sand. «Wir haben bereits eine andere Lokalität in Basel im Visier», so Bissig. Diese soll sich in der Nähe zum Barfüsserplatz befinden. Mehr will er dazu jedoch noch nicht sagen. «Wir wollen zuerst das Alte abschliessen, bevor wir etwas Neues anfangen», sagt er.

Leere Läden auch in der Nähe

Die Hess Investment Gruppe besitzt bereits unzählige Liegenschaften in weiten Teilen der Schweiz. Neben der Immobilie am Rümelinsplatz gehört auch eine Liegenschaft ganz in der Nähe zu ihrem Portfolio, die gleich zwei Gewerbeflächen beherbergt. Interessantes Detail: Alle Ladenlokale stehen im Moment leer.

Seit Mitte Januar ist nämlich auch das Lokal im Gerbergässlein 5 verwaist. Dies, nachdem der Streetwear-Laden «Four Elements» an die Kornhausgasse gezogen ist. Laut Klaus Morlock, CEO der Hess Investment Gruppe, sei der Mietvertrag ausgelaufen und nicht mehr verlängert worden. «Wir sind im Moment auf der Suche nach einem Nachmieter.» Ebenso werde geprüft, ob im hinteren Teil des Ladens Wohnraum geschaffen werden könne, meint Morlock.

Auch auf der anderen Seite der Liegenschaft, zu der Gerbergasse 40 hin, herrscht gähnende Leere. Im vergangenen Dezember schloss hier ein Ableger der Sushi Kette «Yooji’s» nach nur zwei Jahren seine Tore. Der Laden ist jedoch immer noch an das Zürcher Gastrounternehmen Two Spice, zu dem «Yooji’s» gehört, vermietet. Was zukünftig in die Liegenschaft einziehen wird, sei noch nicht spruchreif, sagt Stefan Schmid, Leiter Marketing und Kommunikation der Two Spice AG. «Wir glauben jedoch an den Standort», so Schmid.