Zofingerconzärtli
S'Conzärtli macht Regierungsrat «Ei-maa» zum Rosenkavalier

Das Zofingerconzärtli überzeugt in diesem Jahr mit gelungenen Gesangseinlagen und vielen «Rahmestiggli». Als die «drei Lyyche» wurden FCB-Präsident Bernhard Heusler, Regierungsrat Christoph Eymann und Armeechef André Blattmann parodiert.

Tobias Gfeller
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Prolog mit Tell und Walterli.
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«Stiggli» mit der ersten Lyyche General Anderscht Glattmann.
Im Hintergrund überfliegt Armeechef General Anderscht-Glattmaa bewaffnet mit einer Spielzeugrakete die Schweizer Alpen.
Auf der Gans «Gripen» über die Alpen fliegen

Prolog mit Tell und Walterli.

Martin Töngi

Wenn der schwedische Kampfjet Gripen zur fliegenden Gans wird, auf der Armeechef General Anderscht-Glattmaa bewaffnet mit einer Spielzeugrakete die Schweizer Alpen überfliegt, ist wieder Zeit für das Zofingerconzärtli.

In diesem Jahr spielt die Vorfasnachtsveranstaltung der Hochschulsektion Zofingia Basel zum ersten Mal im San Francisco Saal des Kongresszentrums am Messeplatz. Bei der Premiere am Freitag wollte sich vor allem die Technik noch nicht vollends an die neue Umgebung gewöhnen. Den Ausfall des Beamers oder den falsch gezogenen Vorhang meisterten die Darsteller aber mit Humor und Souveränität.

Soland als «Fraktionshexe»

Wie gewohnt spielt Fasnachtsmusik am Zofingerconzärtli nur eine kleine Rolle. Die Fasnachtsgesellschaft Olympia präsentiert solid die Märsche «z'Basel am mym Rhy» und «Elfer». Mehr bleibenden Eindruck hinterlassen die drei Hauptfiguren der «Rahmestiggli». Regierungsrat Yberaschigs Ei-Maa gibt sich selbstbewusst, staatsmännisch und nicht zuletzt auch als Frauenliebling.

Im «Stiggli» mit dem Grossen Hexenrat verteilt er ganz nach dem Fernseh-Bachelor rote Rosen. Zum Handkuss kommen «Tanja Sodbrand» und «Anita Lurchenmeier». SP-Fraktionshexe Sodbrand musste schon im Prolog unten durch. «Niemerds het Angscht vom schwarze Maa, kei Problem mir schins dien ha. Dass si das seit, verwunderet nid, denn speziell die, nimmt keine mit.»

Weiter brilliert Bildungsdirektor «Ei-Maa» als singender Rockstar, der von einer Lehrerin und zwei Schülerinnen tanzend begleitet wird. Auch General Anderscht-Glattmaa - sonst eher als steifer Soldat bekannt - kennt den leichten Hüftschwung und die anregende Stimme. Er schüttet im Stile von Alicia Keys «Girl On Fire» singend sein Herz aus, klagt über den Gripen, der nicht mehr als ein Spielzeugflugzeug sei und meckert, dass in seinem Departement nur gespart wird.

Schlusspointen mit wenig Würze

Ganz im Gegensatz dazu ist FCB-Preesi Fan-Hart Knäusler charmant, zuvorkommend und stilsicher im Umgang mit den Fans. Auf dem Trainingsplatz mit Murat Yakin ist dies auch dringend nötig. Fan «Hampe» beschwert sich massiv über die Entlassung von Heiko Vogel. Ein jüngerer, mit mehreren Schals umhängter Anhänger, ärgert sich lauthals über die Degen-Zwillinge.

Lacher ernteten auch die Sprüche beim immer wiederkehrenden Stück aus dem Migros. Zwei Kassiererinnen aus dem Oberbaselbiet und dem Elsass erklärten sich gegenseitig ihre ganz unterschiedliche Welt. Oftmals war während den Stücken der Beifall für Pointen zwischendurch grösser als zum Ende. Den Pointen zum Schluss fehlte leider oft die Würze. Besonders machte sich dies im zweiten Teil des Conzärtli‘s bemerkbar.

Als jedoch Anderscht-Glattmaa und Yberaschigs Ei-Maa zum Tennisschläger griffen und sich in einem Benefiz-Doppel mit Fan-Hart Knäusler und Roger Federer duellierten, überzeugte ein «Stiggli» von Anfang bis zum Ende - Federer im original Australian-Open-Night-Session-Outfit inklusive dem dauernd wiederkehrenden «Oder» in den Phrasen; nur die pinken Schnürsenkel fehlten zur Perfektion. Als Schiedsrichterin diente Susanne Leutenstegger-Oberglotzer, die ganz nach ihrem eigenen Gusto und mit ihrem typischen «Näsele» die Punkte zählte. Auch eine «Challenge» von Federer konnte dagegen nichts ausrichten.