Wohnen sei etwas, dass Alle angeht, sagte Sabine Söll-Tauchert, die zusammen mit Andreas Rüfenacht die neue Ausstellung konzipiert hat, am Dienstag vor den Medien. Der Lebensstil könne viel über den Menschen selbst verraten, und die Wohnung werde auch als «dritte Haut» bezeichnet, nach eigentlicher Haut und Kleidung.

Die Ausstellung beleuchtet Aspekte des Wohnens, indem sie neu und alt, Ausstellungsort und Exponate einander gegenüberstellt und viel Partizipationsmöglichkeiten anbietet. Die Dauerausstellung in dem von Johann Rudolf Burckhardt vor über 200 Jahren erbauten Haus wurde belassen, jedoch mit Eingriffen neu inszeniert.

Vom Touchscreen zum Pantoffeltest

So steht etwa im Kutschendurchgang des frühklassizistischen Hauses ein Wohnanhänger heutiger Zeit. Im Salon mit seinen Tapisserien wechselt alle 30 Sekunden die Farbe des Lichts, in einem anderen Raum machen unterschiedliche Geräuschkulissen Wohnathmosphären erlebbar.

Wer den Rundgang in Angriff nimmt, kann zudem seine Schuhe gegen Pantoffeln tauschen - am Ende gibts dann einen «Pantoffeltest». Oder ein alter Holztisch funktioniert wie ein Touchscreen: je nach dem, wo man seine Hand drauflegt, hört man ein Glas umfallen oder andere Tischgeräusche.

Neben den Möbeln des 18. und frühen 19. Jahrhunderts der Dauerausstellung stehen zusätzliche Exponate aus der Sammlung des HMB, moderne Einrichtungsteile und Fotos aus der Rubrik «Wer wohnt da?» der Zeitschrift «NZZ Folio». Und Schülerinnen und Schüler des Zentrums für Brückenangebote Basel geben Einblicke in ihre Zimmer.

Informationstexte auf aufgetürmten Umzugskartons erläutern die Darstellungen. Zudem gibts ein vertiefendes «HMB Magazin» und ein Begleitprogramm. Die Ausstellung dauert bis zum 16. November.