Kulturhaus
Saisonauftakt mit Lo & Leduc und Culcha Candela: Parterre investiert in sein Prestige

Das Kleinbasler Kulturhaus verspricht in der kommenden Saison ein aufwendiges Programm mit Lo & Leduc, Culcha Candela und mehr.

Stefan Strittmatter
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Lo & Leduc eröffnen die diesjährige Parterre-Saison.

Lo & Leduc eröffnen die diesjährige Parterre-Saison.

Andre Albrecht

Meistens wenn an einer Pressekonferenz ein Musiker auftritt, ist das eine Verlegenheitslösung. Im Fall von Yero, der die Programmvorschau des Parterre Basel mit drei Songs eröffnet hat, verhält es sich anders.

Denn der grossgewachsene Sänger und Gitarrist ist mit dem Kleinbasler Kulturhaus eng verbunden: Hier konnte er vor sechs Jahren kurz nach seiner Übersiedelung aus Finnland den Songwriter Slam und später den Master Slam für sich entscheiden.

Auch wird Yero dabei sein, wenn am 19. September im Parterre der Master of Master Slam über die Bühne geht – ein Best-of aus den fünf Jahren, in denen sich dieses unterhaltsame Gefäss etabliert hat. Ende Januar schliesslich wird Yero sein Debütalbum im Parterre vorstellen.

Womit man bei der Unterstützung lokaler Musiker wäre, die sich das Parterre gross auf die Flagge schreibt. Hier kommt der neu gegründete Förderkreis Foer zum Tragen, der neben dem Parterre auch im Atlantis tätig ist. Während der Präsentation spricht Marketing-Leiter Sylvan Meyer vom «grössten Kulturförderer der Region».

Ein doppelter Saisonauftakt

Das mag in dieser Absolutheit hoch gegriffen sein, doch kann das Team bei seinem Rückblick auf die vergangene Saison 2018/19 eindrückliche Zahlen ins Feld führen: So traten alleine im Parterre One 150 regionale Bands oder Musiker auf, wobei die Konzerte eine beachtliche Auslastung von 64 Prozent auswiesen. Bei den namhaften internationalen Bands lag die Auslastung des maximal 250 Besucher fassenden Klubs sogar bei 98 Prozent.

Insgesamt hat man damit 19'500 Besucher angelockt, für die kommende Spielzeit soll es gemäss interner Prognosen noch ein Drittel mehr sein. Voll wird es bestimmt beim doppelten Saisonauftakt mit Lo & Leduc (13.9.) und Culcha Candela (14.9.).

Sowohl die Berner Hitlieferanten («079») als auch die Berliner Dancehall-Truppe trifft man sonst nur auf deutlich grösseren Bühnen an. Dass Erstere unlängst gleich mehrfach in Basel aufgetreten sind, stellt für Betriebsleiter Lawrence Pawelzik kein Problem dar: «Die Konzerte waren stets ausverkauft.»

Eine Frage, die sich hierbei aufdrängt, nimmt Pawelzik, der die Leitung des Parterre vor einem Jahr übernommen hat, selber vorweg: Wieso holt man so grosse Acts auf eine so kleine Bühne? Oder anders formuliert: Rechnet sich das? Die Antwort ist kurz und ehrlich: Nein. Die Konzerte mit den grossen Acts seien nicht selbsttragend. Aber sie seien wichtig, um den Namen des Kulturhauses zu stärken.

Ermöglicht werden diese Investitionen ins Prestige von einem Gönner. Wobei es ein mittelfristiges Ziel des Fördervereins Foer ist, die «Abhängigkeit von Einzelpersonen zu verringern», wie es an der Pressekonferenz hiess. Hier strebt man Stiftungsgelder und (steuerbefreite) Zuwendungen von Einzelpersonen an.

Während im Zusammenhang mit Foer vom «grössten Kulturförderer der Region» die Rede war, griff das Parterre-Team auch bei der Vorstellung des Programms zum Superlativ: Nicht weniger als «Basels aufwendigstes Konzert- und Eventprogramm» wurde versprochen.

Darin findet man neben den bewährten Party- und Slam-Reihen Konzerte mit internationalen Namen: Deutsch-Pop gibts von Lea (16.10.) und Namika (30.11.), Eivor von den Färöer Inseln versprechen nordischen Folk (20.11.), Faces On TV aus Belgien machen psychedelischen Pop, und Hip-Hop-Urgestein Kurtis Blow will im Herbst seine im Mai aus gesundheitlichen Gründen abgesagte Show nachholen.

Für die meisten Veranstaltungen stellt das Parterre ein Kontingent an preislich reduzierten Early-bird-Tickets bereit. Und profitieren kann man jeweils auch mit Kombitickets für ein Nachtessen im soeben fertig renovierten Restaurant mit anschliessendem Konzertbesuch im bereits 2016 neu eröffneten Club.