Der SVP-Magistrat hatte im Dezember in seinem Ausblick aufs Präsidiumsjahr gesagt, dass sein Amt mehr Bürde als Würde bedeute. «Ich erwarte schon etwas mehr Freude - oder eben Lust - von Personen, die unser Land in die Zukunft führen sollen», kommentierte Saladin gestern Abend in der UBS-Schalterhalle am Basler Bankenplatz die Maurer-Rede.

Zuversicht, Offenheit, Lust: Das wünscht sich Saladin auch für die Debatte um die Kantonsfusion beider Basel. Damit äusserte sich der im Baselbiet wohnhafte Verbandsdirektor ähnlich wie 24 Stunden zuvor der Basler Regierungspräsident Guy Morin in seiner Neujahrsansprache: Morin wünscht sich, dass die Debatte offen, vorurteilsfrei und in gegenseitigem Respekt geführt werde.

Saladin hielt in seiner Rede hierzu ein mögliches Rezept bereit: «Womöglich können wir die Lust steigern, über unsere Partnerschaft zu diskutieren, indem wir einzelne Mosaiksteinchen einer Kooperation separat beleuchten.» Am Schluss würden diese Mosaiksteinchen das Bild einer kooperierenden Region darstellen - seien die Kantone dann fusioniert oder nicht.

Saladin äusserte sich damit vorsichtiger als Morin, der am Neujahrsempfang der Basler Exekutive offensiv für eine Fusion beider Basel warb. Die Vorsicht mag widersprüchlich wirken angesichts der Tatsache, dass die Handelskammer die Fusionsinitiative offiziell unterstützt. Die Unterstützung ist denn auch eher im Sinne eines offenen Blicks in die Zukunft zu deuten.

Saladin stellte einen weiteren symbolischen Bezug her, indem er auf das Nummernschild der Limousine der Baselbieter Regierung verwies: BL 1833 - das Jahr der Schlacht an der Hülftenschanz. «Weshalb ersteigern wir nicht das Schild BL 2050?»