«Buur-Näll-As» – ein Schieber gefällig? Morgen sticht zum ersten Mal ein Jass Schiff in den Rhein. Die gute Nachricht an alle Hobby-Jasser: Es gibt noch freie Plätze. Aber man muss sich sputen. Heute Freitag Abend läuft die Anmeldefrist ab. Die MS «Christoph Merian» hat für diesen Anlass im Innenraum Platz für 80 Gäste. Mit an Bord sind bereits 66 Teilnehmer.

Für absolute Amateure, die noch nie gejasst haben, sei dieser Event jedoch eher nicht zu empfehlen, sagt Organisator Andi Fey, der Präsident von «jassevents.ch». Man müsse mit den Regeln schon gut vertraut sein. Das bedeutet aber nicht, dass nur Profi Jasser erwartet werden. Hobby Jasser, die zu Hause, in Beizen oder auch im WK gerne mal gegeneinander spielen, sind herzlich willkommen. Die besten 20 Jasser erhalten einen Preis wie beispielsweise
Restaurantgutscheine für das Hotel Schiff oder das Spiga. Der Hauptgewinn ist ein Wellness-Wochenende in Österreich für zwei Personen all inclusive im Wert von 800 Franken.

Das sei jedoch lediglich ein netter Nebeneffekt. «Wir wollen keine Hardcore-Gegner anziehen, die nur wegen der Preise hier sind. Die Freude am Jassen steht im Vordergrund», erklärt Fey. Er und sein Team haben vor Jahren festgestellt, dass Anlässe für junge Jasser eine Marktlücke sind. «Wir waren überall mit Abstand die Jüngsten. Das kann es nicht sein», kritisiert Fey die Kluft der Generationen an vielen Jass-Turnieren.

Der Turniermodus soll vor allem viele junge Jasserinnen und Jasser anlocken. Bei der Registration müssen nämlich zwei Personen angemeldet werden. Mit dem Partner tritt man auch den ganzen Nachmittag zusammen an. Das hat den Vorteil, dass man den Partner kennt, diesem vertraut und auch mal einen Fehler verzeiht. Somit lässt dieser Turniermodus ein unangenehmes Aufeinandertreffen mit einem griesgrämigen, übermotivierten Mitspieler im Vorneherein ausschliessen. Zudem soll die Hemmschwelle, sich alleine anzumelden, genommen werden. Gespielt wird Partnerschieber mit deutschen sowie mit französischen Karten.

Jass Fondue ist Trumpf

Die Reise beginnt beim Dreiländereck oder bei der Schifflände. Knappe acht Stunden dauert die Fahrt, die nach Rheinfelden führt und wieder retour. Neben dem durchdachten Jass-Turnier wird auch für das allgemeine Wohlbefinden gesorgt. Ein Apéro mit einem Gläschen Wein sowie ein gemütliches Käsefondue lassen es einem gut gehen. Der Grundgedanke der Veranstalter war es, eine «einzigartige Atmosphäre für das Jassen» zu kreieren, die zum geselligen Beisammensein einlädt. Ein solcher Event wurde auf dem Bielersee bereits durchgeführt. Mit Erfolg: 120 Teilnehmer durfte der Verein im vergangenen Jahr auf dem Schiff begrüssen.

Begeistert zeigt sich auch die Basler Personenschifffahrt (BPG). «Wir sind immer offen für neue Ideen und mit diesem speziellen Ambiente ein Jass-Turnier zu veranstalten, ist sicher ein Erlebnis», sagt Luana Zurfluh, Marketingleiterin der BPG. 98 Franken kostet dieses Erlebnis. Das längerfristige Ziel sei es, jedes Jahr zur Vorfasnachtszeit ein solches Jass-Turnier auf die Beine zu stellen.

Der Jass Plausch hat durchaus Potenzial, wenn man den Buchungsstand sieht. Moderiert wird die Veranstaltung vom Radio Energy Moderator Daniel Studer, der selber auch mitjasst. Einem vergnüglichen Spielenachmittag steht also nichts mehr im Wege.