Zu den Läden auf der Strassenseite mit geraden Hausnummern führen nur provisorische Brücken über den Baugraben. Die Ladenbesitzer aber machen das Beste aus der Situation. Über die Brücken haben sie für ihre Kunden rote Teppiche ausgelegt, die Geländer sind mit Blumentöpfen dekoriert oder werden zur Warenauslage umfunktioniert.

Lob für die Bauarbeiter

Richtig klagen will niemand, im Gegenteil. Angenehm, zuvorkommend, nett - es sind durchwegs positive Worte, die die Ladenbesitzer am Spalenberg für die Arbeiter finden, die vor ihren Läden die Leitungen sanieren. «Sie geben sich viel Mühe», sagt Erika Brem, Filialleiterin bei «Buckles&Belts». Allfällige Pannen würden schnell behoben, der Lärm halte sich in Grenzen und die Bauleiter stünden jederzeit zur Verfügung, falls sich Fragen ergäben, lobt Brem. Weihnachtsschmuck-Verkäufer Johann Wanner schliesst sich dieser Meinung an: «Ich versetzte mich gerne in die Rolle der Arbeiter und ich muss sagen: Ich könnte es selber nicht besser machen.»

So wie bei Erika Brem und Johann Wanner tönt es in vielen Läden. Auch Raeto Steiger, Präsident der IG Spalenberg zeigt sich zufrieden: «Der Spalenberg ist ein Musterbeispiel dafür, wie ein anspruchsvolles Projekt, das viele Probleme mit sich bringt, gemeinsam gut umgesetzt werden kann.» Alle Beteiligten hätten Salzwasser schlucken müssen. «Aber dank der Mitarbeit aller konnte das Projekt hervorragend bewältigt werden», sagt Steiger. Ein besonderes Lob spricht er dem Gesamtprojektleiter vom Tiefbauamt aus.

Läden haben weniger Kunden

Die kritischen Stimmen gehen daneben beinahe unter. Der Staub und der Lärm seien mühsam, erklären wenige Ladenbesitzer. Das grösste Problem sind aber die Umsatzeinbussen. «Die Brücken stellen für die Kunden eine Barriere dar», heisst es bei «sevensisters». Zwar würden viele Leute durch den Spalenberg gehen. «Allerdings kommen nur wenige in die Läden», sagt Erika Brem. Und wenn doch, dann bleiben sie nicht lange. «Wohl wegen des Lärms», vermutet Johann Wanner.

Trotz der Widrigkeiten sind sich die Ladenbesitzer einig: Die Sanierung wird ihnen so angenehm wie möglich gemacht. Sie freuen sich aber auch auf den Juli, wenn die Sanierung abgeschlossen ist. Dann wird Johann Wanner den roten Teppich vor seinem Laden «fast ein wenig vermissen», wie er schmunzelnd sagt.