Baubeginn frühestens 2022
Sanierung der «Kunschti» Margarethen kommt mindestens ein halbes Jahr später

Die Instandsetzung der «Kunschti» Margarethen wird teuer und zieht sich in die Länge. Vorher werden möglichst viele Meinungen eingeholt.

Julian Förnbacher
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Die Kunsteisbahn St. Margarethen ist renovationsbedürftig

Die Kunsteisbahn St. Margarethen ist renovationsbedürftig

Kenneth Nars

Seit Dezember 2019 ist klar, dass die in die Jahre gekommene Kunsteisbahn Margarethen saniert werden soll. Der Regierungsrat schrieb damals in einem Ratschlag von einem dringenden Sanierungsbedarf der Anlage, die in einem sehr schlechten baulichen und hygienischen Zustand sei.

Für die Gesamtsanierung der «Kunschti» beantragte der Regierungsrat einen Kredit von 45 Millionen Franken beim Grossen Rat, nachdem zuvor auch ein Abriss des altehrwürdigen Eistempels aus den 30er-Jahren und ein anschliessender Neubau an einem anderen Ort im Raum stand.

Seither liegt das Vorhaben brach – zumindest aus Sicht der Öffentlichkeit

Weil sich die Nachfragen nach dem Stand der Dinge rund um die «Kunschti» zuletzt häuften, meldet sich die Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission (JSSK) des Grossen Rates nun mit einer Medienmitteilung zu Wort. Sie prüfe das Anliegen seit März dieses Jahres und habe in den vergangenen Monaten Hearings mit verschiedenen Interessensgruppen rund um das Projekt wie etwa dem EHC Basel, Eislauf- und Eiskunstlaufvereinen, dem Erziehungsdepartement, dem Bau- und Verkehrsdepartement sowie der Christoph Merian Stiftung durchgeführt.

Dort wurde den verschiedenen Akteuren Gelegenheit gegeben, sich einen Überblick über die Lage des Sanierungsprojekts zu verschaffen sowie eigene Wünsche und Anregungen einzubringen. Auf Basis dieser Hearings wurde nun wiederum ein Fragenkatalog entworfen, der an den Regierungsrat zurückgereicht wurde.

Die grosse Verzögerung sei eher ungwöhnlich

«Dass von unserer Seite, aber auch von den zahlreichen Interessensgruppen noch eine Menge kleinerer und grösserer Fragen aufgetaucht sind, ist ein normaler Prozess in Projekten dieser Grössenordnung», erklärt Danielle Kaufmann, Kommissionspräsidentin der JSSK auf Anfrage. Die SP-Grossrätin ergänzt: «Das Einzige, was dabei vielleicht nicht ganz normal ist, ist die eher grosse Verzögerung, die hierdurch für das Projekt entsteht.»

Kaufmann geht aufgrund des Rückfrage-Prozesses von einigen Monaten zusätzlicher Verzögerung aus. «Diese nehmen wir aber in Kauf. Denn das Projekt ist teuer, da wollen wir schlicht keine unüberlegten Schnellschüsse machen, sondern gewissenhaft und genau arbeiten und möglichst viele Meinungen miteinbeziehen, auch wenn es deshalb einige Monate länger geht», erklärt sie.

Keine grundsätzlichen Sorgen um die «Kunschti»

Wichtig sei es dem Grossen Rat, mit der Kommunikation über den aktuellen Diskussionsstand für Transparenz zu sorgen und Spekulationen entgegenzuwirken. «Wir wollen den Leuten, die sich Gedanken um die «Kunschti» machen, zeigen, dass wir dran sind. Es soll kein Indiz dafür sein, dass das Projekt in Frage steht, im Gegenteil.

Auch ein Abriss ist nach wie vor kein Thema.» Es wird damit gerechnet, dass es nun weitere sechs Monate dauern wird, bis der Regierungsrat die nötigen Informationen besorgt hat, um die offenen Fragen der Kommission zu beantworten, und diese ihre Arbeit wieder aufnehmen kann.

Wann genau der Spatenstich zur Sanierung der Kunsteisbahn Margarethen erfolgen soll, ist noch offen. Ursprünglich rechnete man mit einem Baubeginn Ende 2021 – dieser dürfte sich nun aber um mindestens ein weiteres Jahr nach hinten verschieben.