St.Jakobshalle
Sanierungs-Projekt würde 3'000 neue Plätze in die Halle bringen

Da die St. Jakobshalle in die Jahre gekommen ist, muss etwas geändert werden. Der grosse Pluspunkt beim vorliegenden Sanierungsprojekt sei der Anstieg der Zuschauerkapazität für Anlässe mit Stehplätzen von 9'000 auf 12'000.

Nicolas Drechsler
Merken
Drucken
Teilen
Hier sollen ab 2018 deutlich mehr Zuschauer Platz finden: Die St. Jakobshalle während des Handball-EM-Qualifikationsspiels Schweiz-Frankreich in Basel am 2.11.2014. Vor allem die Kapazität der Stehplätze soll deutlich erhöht werden.

Hier sollen ab 2018 deutlich mehr Zuschauer Platz finden: Die St. Jakobshalle während des Handball-EM-Qualifikationsspiels Schweiz-Frankreich in Basel am 2.11.2014. Vor allem die Kapazität der Stehplätze soll deutlich erhöht werden.

foto-net / Alexander Wagner

Sie ist in die Jahre gekommen, die St. Jakobshalle, die Basel gehört, aber auf Münchensteiner Boden steht. Nach 40 Betriebsjahren ist die Halle nicht mehr besonders heimelig. Die Installationen genügen den Anforderungen der Veranstalter von Konzerten und Grossanlässen längst nicht mehr. Das mag den Schwermetallern von Manowar noch egal sein, die es am Sonntag in der Halle krachen lassen, den Tennisstars an den Swiss Indoors wurde es aber zu gammelig in der zweitgrössten Eventhalle der Schweiz. «Die grösste ist ein Hallenstadion in einer anderen Stadt», erklärte der Präsident der Bau- und Raumplanungskommission (BRK), Conradin Cramer (LDP).

Cramer warb für den Vorschlag, obwohl bereits zu Beginn der Sitzung absehbar war: Widerstand war hier nicht zu erwarten, alle Fraktionen standen hinter dem Vorschlag der Regierung. 2011 hatte der Grosse Rat bereits einen Projektierungskredit von 4,8 Millionen Franken beschlossen. Die BRK habe aber noch einmal einen Schritt zurück gemacht und alle Varianten geprüft, so Cramer.

Neubau zu teuer

Ein Abriss mache keinen Sinn, er würde rund 100 Millionen teurer als eine Sanierung, und die Bausubstanz der Halle sei im Grundsatz auch noch in gutem Zustand. Ausserdem würde bei einem Neubau während mehrerer Jahre die Halle nicht zur Verfügung stehen, was wohl Grossveranstaltungen wie den Pferdesportanlass CSI oder das Tennisturnier Swiss Indoors zur Abwanderung bewegen könnte. Alles spräche für eine Sanierung, die sei aber nötig: «Es geht so nicht mehr weiter, das sagen auch alle Fachleute.» Der grosse Pluspunkt beim vorliegenden Sanierungsprojekt sei der Anstieg der Zuschauerkapazität für Anlässe mit Stehplätzen von 9000 auf 12'000. «Das ist deutlich mehr, als zu erwarten war; kein Zückerchen, sondern ein Zuckerklumpen», freute sich Cramer. Trotzdem müsse klar sein, dass eine solche Halle nie zu einem Goldesel werde, sondern höchstwahrscheinlich weiterhin defizitär bleibe.

Die 109,8 Millionen für Projektierung und Sanierung seien deshalb auch am obersten Limit des finanziell Verkraftbaren; selbst angesichts der «begründeten Hoffnung auf mehr Konzerte internationaler Superstars». Aber auch dafür gebe es keine Garantie.

Ein deutlicher Entscheid

Der Mitbericht der Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission fiel ebenfalls positiv aus, selbst wenn Kommissionspräsidentin Tanja Soland das fehlende 50-Meter-Schwimmbecken als «Wermutstropfen» anführte und dies dazu nutzte, noch einmal auf den Bau der Ballonhalle im Gartenbad Eglisee zu drängen.

Nach kurzem Geplänkel darüber, ob die Rückweisung des Budgets Unsicherheiten in dieses Geschäft gebracht hätte, wies Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) noch darauf hin, dass die Gemeinde Münchenstein einen neuen Quartierplan erlassen müsse, damit die Umbauarbeiten beginnen könnten. Trotzdem sei der ambitionierte Zeitplan, der einen Baubeginn 2015 und das Ende der Sanierungsarbeiten für 2018 vorsieht, realistisch. «Es gibt viele Arbeiten im Inneren der Halle, mit denen wir auch ohne neuen Quartierplan beginnen können.» Ausserdem befinde man sich in «engem Kontakt» mit den Behörden der Nachbargemeinde und habe «positive Zeichen» dafür, dass im Sinne des Stadtkantons entschieden werde.

Und das dann tat auch der Grosse Rat: Einstimmig, bei einer Enthaltung, stimmte er Projekt und Kredit zu.